Der Polsprung

Obwohl ich über unzählige Themen rund um Edgar Cayces Werk schreiben könnte, fehlt es mir manchmal an Inspiration – so auch diesmal. Da kam ein Kommentar zu meinem Artikel „Haltet Ausschau danach“ wie gerufen. Es lebe die Kommentarfunktion!

Wieder einmal geht es um eine Prophezeiung, diesmal um den Polsprung, von dem Edgar gesprochen haben soll. Vor vielen Jahren hat die amerikanische Cayce-Gesellschaft eine Akte mit allen Readings (auf Englisch) erstellt, in denen Edgar über Erdveränderungen und Weltgeschehen gesprochen hat. Diese habe ich mal gründlich durchforstet. In insgesamt 4 Readings aus verschiedenen Jahren spricht Edgar über ein „shifting of the poles“. Jedes Wörterbuch für Englisch-Deutsch gibt Aufklärung, dass „shift“ zumindest eines nicht heißt: „Sprung“. Tun wir uns also den Gefallen und sprechen wir von jetzt an von „Polverschiebung“ – zumindest im Zusammenhang mit Edgar Cayces Readings. Ok?

In Reading 3976-10, das am 02.08.1932 gegeben wurde, erklärte er so nebenbei, dass es aufgrund einer „Verschiebung des Gleichgewichts der Erde selbst im Raum“ („… shifting of the equilibrium of the earth itself in space …“) im Jahr ’36 zu „Katastrophen durch äußere Kräfte“ kommen werde. Könnte man diese „Verschiebung“ vielleicht als Polverschiebung deuten?

In Reading 5748-6 vom 01.07.1932 wird gefragt:
(F) Welcher Art und von welchem Ausmaß wird der Umbruch ’36 sein?
Edgar antwortet:

(A) Die Kriege, die Umbrüche im Inneren der Erde, und die Verschiebung derselben durch die Differenziation in der Achse bezüglich der Positionen von der Polaris-Mitte.

In Reading 826-8 vom 11.08.1936 antwortet Edgar auf die Frage:

(F) Welche große Veränderung oder der Beginn von welcher Veränderung wird, wenn überhaupt, auf der Erde im Jahr 2000 bis 2001 AD stattfinden?

(A) Wenn es eine Verschiebung der Pole gibt. Oder ein neuer Zyklus beginnt.

Weitere Readings, in denen von einem „shifting“ die Rede ist:

378-16 vom 29.10.1935 (hier spricht er von einer Änderung, die ’58 beginnen sollte)

3976-15 vom 19.01.1934 (hier meldet sich ein Wesen namens „Halaliel“ zu Wort, das die Daten ’58 bis ’98 nennt und erklärt, das diese als „die Zeiten verkündet werden, in denen Sein Licht wieder in den Wolken zu sehen sein wird“)

Spannenderweise heißt es in den Aufzeichnungen nicht „1936, 1958, 1998“ sondern lediglich „’36, ’58, ’98“. Ob das ein Fehler der Stenographin ist oder ob Edgar dies tatsächlich so gesagt hat, lässt sich heute nicht mehr rekonstruieren.

Ich weiß, dies sind auch nur Auszüge. Auf Wunsch stelle ich die vollständigen englischen Originale zur Verfügung, dann könnt Ihr Euch selbst durchwursteln.

Übrigens ist zumindest die Verschiebung der magnetischen Pole längst im Gange – da sind sich offensichtlich viele Wissenschaftler einig. Der magnetische Nordpol soll sich laut Meldung des Spiegel 2005 (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,390185,00.html) in etwa 50 Jahren in Sibirien befinden.

Inwiefern wir uns auf die Daten, die in den Readings genannt werden, verlassen dürfen, kann ich nicht sagen. Ich bin aber der Meinung, dass keine Prophezeiung, welcher Art auch immer, unweigerlich genau so und genau dann eintreffen muss, wie gesagt wurde. Die Zukunft ist nicht vorherbestimmt. Vielleicht hat sich ja eine „Verschiebung“ der Daten ergeben? Vielleicht waren die Aussagen als Warnung gedacht? Oder vielleicht hat Edgar einfach nur falsch gelegen? Wer weiß schon, in welche „Zeitschiene“ er da gerutscht ist? Oder welche Zeitdimensionen Edgar tatsächlich wahrnahm, wenn er in Trance war? Thesen über Thesen …

In meinem nächsten Artikel zeige ich, wie peinlich das Abschreiben sein kann …

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Autor: Cayceportal

Hallo, ich heiße Stefanie Piel und bin Diplom-Übersetzerin für Englisch und Französisch. Ich habe mich dem Werk Edgar Cayces verschrieben. Energiearbeit, Quantenphysik, Epigenetik und die Tatsache, dass wir mit allen und allem verbunden sind, begeistern mich immer wieder. Noch nie zuvor war ich so nahe an meinem wahren Ich dran wie jetzt. Ich möchte Edgar Cayce aus der esoterischen Ecke herausholen und sein Werk, basierend auf den neuesten Erkenntnissen, näher beleuchten.

4 Kommentare zu „Der Polsprung“

  1. Hm, ich dachte da war mehr 🙂 Vielleicht war der Rest ja auch nicht in direktem Bezug zu den Polen. Denn ich meine mich daran zu erinnern, dass er auch mal sagte, dass die Erde uns selber warnen würde. Und auch, dass in der Zeit (zwischen ’58 und ’98 glaube ich) die Vulkan-Aktivität in den heißen Regionen drastisch zunehmen würde.

    1. Ja, da war definitiv mehr ;-), aber ich habe mich hier nur auf die Polverschiebung konzentriert. Bzgl. der Vulkane meintest Du wahrscheinlich den Absatz, den ich nicht direkt zitiert habe und in dem sich „Halaliel“ identifiziert. Hier ist das Zitat:

      3976-15
      „8. … Es werden Erhebungen in der Arktis und der Antarktis stattfinden, die Ursache für Vulkanausbrüche in den heißen Gebieten sein werden, und dann werden sich die Pole verschieben, sodass es dort, wo es kalt oder subtropisch ist, tropischer wird, und Moose und Farne wachsen werden. Und dies wird in jenen Zeiten um ’58 bis ’98 beginnen, wenn diese verkündet werden als die Zeiten, in denen Sein Licht erneut in den Wolken zu sehen sein wird. …“

      War’s das?

      Ich muss gestehen, dass ich nichts gefunden habe bzgl. „dass die Erde uns selber warnen würde“. Kannst Du Dich noch erinnern, wo Du das gelesen hast oder in welchem Zusammenhang? Wäre Dir sehr dankbar!

      1. Ja, das war wohl der Abschnitt. Ich wusste gar nicht, dass das von Halaliel war. An ihn kann ich mich in den Readings nur in einem anderen Zusammenhang erinnern.
        Kann sein, dass das mit „die Erde wird uns warnen“ nur eine Interpretation war. Ich meine, ich habe beides in diesem Youtube-Beitrag gehört http://www.youtube.com/watch?v=ikGKVYynz3o

      2. Danke Fabio, werde mir den YouTube-Beitrag mal in Ruhe anschauen.
        Ja, das war von „Halaliel“. Interessant ist, was die Stenographin im Nachhinein, nämlich am 17.05.1965 schreibt (Zitat Gladys Davis): „Von diesem Reading wurde eine Tonaufnahme gemacht, aber diese ist, nach meinen Informationen, verloren gegangen. Ich erinnere mich, dass Edgar Cayce damals sagte, seine Stimme habe so schrecklich geklungen, dass er glücklich wäre, wenn man auf solche Aufnahmen in Zukunft verzichten würde. Er hatte recht; sie klang wirklich nicht wie seine eigene.“

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