Edgar und die Bibel Teil 2

Keine Lektüre war Edgar so wichtig wie die der Bibel. Da in den USA außer an kirchlichen Schulen kein Religionsunterricht erteilt wird, sorgen die diversen kirchlichen Gemeinschaften für die religiöse Bildung, meist in Form von Sonntagsschulen. Schon als Jugendlicher war Edgar als Sonntagsschullehrer aktiv und blieb es bis kurz vor seinem Tod.

Sein Unterricht war sehr beliebt. Laut Gladys Davis, Edgars Sekretärin, verstand er es meisterhaft, die Aussagen in der Bibel lebendig, packend und verständlich darzulegen. Als Folge dieses Unterrichts gingen viele seiner Schüler später sogar in die Mission!

Sonntagsschulklasse
Edgar (Mitte) mit Sonntagsschülern (mit freundlicher Genehmigung der Edgar Cayce Foundation)

Edgar selbst wollte schon früh am liebsten in die Mission gehen oder Prediger werden, doch seine Schulbildung war nicht ausreichend und es war auch kein Geld da, um seine Ausbildung zu finanzieren. So musste er seinen Traum begraben.

Können wir uns vorstellen, wie schockiert Edgar und seine Familie waren, als Anfang der zwanziger Jahre in seinen Readings zum ersten Mal Themen auftauchten, die mit der Lehre der Bibel scheinbar so gar nicht im Einklang standen? Lange unterdrückte Zweifel kamen damals wieder in Edgar auf. War er einer dieser falschen Propheten, von denen in der Bibel so oft die Rede ist? „Wenn der Teufel mir je einen Streich spielen wollte, so wäre ihm das diesmal gelungen.“ So lesen wir in seiner Biografie seinen Kommentar dazu.

Wie immer suchte er auch jetzt in der Bibel Rat. Er las von Saulus, der Gottes Stimme gehört hatte und zu Paulus geworden war. Er dachte an den Kirchenlehrer Augustinus, den lange Suchenden, der im Christentum die Antwort auf seine Fragen fand. Er erinnerte sich an Worte von Jesus, an die Bergpredigt, an seine Mahnungen. Und er dachte an die Vision zurück, die er als Kind hatte und an seine Bitte, dienen zu dürfen. Er überlegte, dass all jene, die an die Richtigkeit der Gesundheits-Readings glaubten, vielleicht auch an die Richtigkeit der Readings für die Seele glauben könnten. Und schließlich nahm er Zuflucht zu Psalm 46 und suchte Kraft darin.

Im Laufe der folgenden Jahre wurde er immer überzeugter, dass seine Readings mit der grundlegenden Botschaft der Bibel, ja, mit der Botschaft aller heiligen Bücher dieser Welt, im Einklang stehen.

Einige Jahre vor seinem Tod begann er, eine interkonfessionelle Bibelklasse zu unterrichten. Thema sollte die Bibel von der Genesis bis zur Apokalypse sein. Diese Klasse, die sich jeden Dienstagabend traf, wollte nicht nur von Edgars eigenem Bibelwissen profitieren, sondern auch von den biblischen Konzepten, die in seinen Readings dargelegt waren. Indem Edgar sich damit auseinandersetzte, profitierte auch er davon.

In dem Buch „Edgar Cayce’s Story of the Bible“  erklärte Gladys Davis: „Edgar Cayce liebte das alte Testament. Er sagte oft, dass wir ohne das alte nicht das neue haben würden, ohne Abraham, Moses, David nicht Jesus gehabt hätten.“

Auch in seinen Reden bezog er sich immer wieder auf die Bibel. In dem Vortrag „Die ersten zehn Minuten nach dem Tod“ vom 30. August 1931 sprach Edgar über das „Danach“ und zitierte unter anderem auch aus dem Johannes-Evangelium: „Wenn wir hinübergehen, wird unsere Erfahrung nicht viel anders sein, als wenn wir von einem Raum in den anderen gehen; denn ‚im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, würde ich es euch gesagt haben.’ [vgl. Joh. 14,2]. Es liegt an uns, wie wir unseren Raum in jenem anderen Haus einrichten. Wenn wir ihn mit Schönheit gestalten, so wird dies unser erster Eindruck sein, wenn wir im Schattenland erwachen. Wenn unser Leben von Arglist, Selbstsucht und Hass bestimmt war, so muss jenen Dingen in genau der Form begegnet werden, in der wir sie aufgebaut haben, entweder in diesem Leben oder im nächsten.

Und in Trance wurde er einmal gefragt:
„Welche derzeitig gedruckte Bibelversion kommt der wahren Aussage des Neuen und Alten Testaments am nächsten?“
Edgar antwortete:
“Die nächstliegende wahre Version für die Wesenheit ist jene, die du in deinem Leben anwendest, egal, welche Version du liest. Es ist nicht so, dass du von jemandem lernst. Dir kann nur die Richtung gewiesen werden. Das Lernen, das Lehren liegt in Dir selbst. Denn wo hat Er verheißen, dir zu begegnen? Im Tempel! Wo ist dieser Tempel? In deinem Inneren! Wo ist der Himmel auf Erden? In deinem Inneren! Begegne Deinem Heiland dort.
Es gab viele Versionen von dem, das geschrieben stehen sollte, und von all diesen Versionen geändert wurde, doch denk daran, dass das ganze Evangelium von Jesus Christus lautet: ‚Du sollst den Herrn deinen Gott lieben mit deinem ganzen Geist, deinem ganzen Herzen und deinem ganzen Körper, und deinen Nächsten wie dich selbst.’ Tue dies und du hast ewiges Leben. Der Rest des Buches versucht, dies zu beschreiben. Es ist in jeder Sprache, jeder Version gleich.“ (Auszug aus Reading 2072-14)

Und wieder komme ich auf all die Krisen zurück, die wir als Menschheit zurzeit durchleben. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir alle Krisen meistern könnten, wenn jeder von uns in seinem eigenen Umfeld die spirituellen Lehren, die in allen heiligen Schriften der Menschheit gleich sind, anwenden würde. Sind wir dazu bereit?

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Autor: Cayceportal

Hallo, ich heiße Stefanie Piel und bin Diplom-Übersetzerin für Englisch und Französisch. Ich habe mich dem Werk Edgar Cayces verschrieben. Energiearbeit, Quantenphysik, Epigenetik und die Tatsache, dass wir mit allen und allem verbunden sind, begeistern mich immer wieder. Noch nie zuvor war ich so nahe an meinem wahren Ich dran wie jetzt. Ich möchte Edgar Cayce aus der esoterischen Ecke herausholen und sein Werk, basierend auf den neuesten Erkenntnissen, näher beleuchten.

4 Kommentare zu „Edgar und die Bibel Teil 2“

  1. Da muss ich Fabio beipflichten. Ein schöner und spannender Artikel, ich habe ihn mit großem Interesse gelesen. LG!

    1. Hallo Meike, ich freue mich sehr über Dein Interesse! Alle Rückmeldungen sind mir wichtig, ganz besonders schön aber sind natürlich die positiven 😉

  2. Wieder ein sehr schöner Artikel 🙂 Am besten ist die Antwort auf die Frage zur Bibelversion. Das ist zwar für mich nichts neues, aber immer wieder schön etwas zu lesen, das die Erinnerung daren wach ruft. Danke!

    1. Wie schön, dass Dir die beiden Artikel gefallen! Ja, die Antwort auf die Frage zur Bibelversion liegt auch genau auf meiner Linie. Ich kenne so viele, die auf einer bestimmten Bibelversion bestehen …

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