Edgar und die Meditation

Im letzten Artikel hatte ich Bruce McArthur zitiert, der schrieb, „dass die Beziehung zu diesem Geist (Gott) so persönlich sein kann, wie die jeweilige Person es wünscht; dass Gott jedem von uns zugänglich ist und dass wir direkt mit diesem Geist bzw. dieser Gegenwart kommunizieren können, wenn wir das wollen.“ („Your Life – Why It Is the Way It Is and What You Can Do About It“, Seite 128, Übersetzung)

Wieder einmal liegt es an uns, ist es unsere Entscheidung, ob wir der All-Gegenwart Gottes in unserem Leben Raum geben wollen oder nicht. Wir müssen das nicht. Niemand zwingt uns. Aber da wir Teile des Ganzen, Kinder des Schöpfers sind, streben wir – bewusst oder unbewusst – naturgemäß nach dem Höherem, nach unserem wahren, höheren Selbst. Viele von uns suchen dieses Höhere in äußeren Reizen wie Religion oder Philosophie usw. Doch diese sind nur Mittel zum Zweck, Wege, Erklärungsversuche für das Unerklärbare. Natürlich begegnen wir Gott, wohin wir auch sehen, besonders in der Natur – doch den meisten von uns fällt es schwer, sich im Alltagsstress darauf einzulassen. Wahre Kraft können wir am besten schöpfen, wenn wir zur Ruhe kommen, äußere Reize bewusst ausblenden und uns auf unser inneres Selbst konzentrieren – auch und gerade im Alltag.

Zum Thema Meditation finden wir viel in Edgars Readings. Die an sich schönste Zusammenfassung bietet der erste Band der „Suche nach Gott“-Bücher, die auf den Readings von Edgar Cayce basieren. Vor zehn Jahren hatte ich das Privileg, diese Bücher neu zu übersetzen und möchte jetzt einige Abschnitte daraus zitieren.

„Die ewige Frage, die sich durch das ganze Leben hinzieht, lautet: Was ist in den Gedanken, in der Tat und in der Erfahrung von echtem Wert? Nur aus dem Inneren kann eine verlässliche Beurteilung dessen kommen, was von Wert ist. Dieser Sinn für Wertschätzung oder diese innere Erkenntnis basiert grundlegend auf einem Verständnis des eigenen Selbst – das Selbst in Beziehung zu anderen und in der Beziehung zu Gott. Meditation ist der Weg zu diesem Ziel. […]

Bevor wir versuchen, in die Meditation zu gehen, müssen wir selbst herausfinden, welche Methode für unser Bewusstsein die beste ist, um Körper und Verstand zu reinigen. Indem wir in uns das Bild dessen entstehen lassen, durch das wir das Wissen um den Willen der Schöpferischen Kraft suchen, findet in uns wirkliche Schöpfung statt. […]

Durch die Meditation versuchen wir, unserem Verstand die Möglichkeit zu geben, normal zu funktionieren. Durch den Willen bitten wir den Verstand unseres physischen Körpers, seine Wanderungen einzustellen und sich auf das Ideal zu zentrieren, das dem höheren Selbst dargebracht wird. Dieses Ideal wird dann das Fundament für die sich daraus ergebende Aktivität.
Wenn unser Ideal und unsere Absichten im Einklang mit dem Überbewusstsein stehen, dann wird alles, was Hilfe und Wert für den physischen Verstand und Körper darstellt, durch einen der Kanäle unserer fünf Sinne in unser Bewusstsein übermittelt. Der Beweis dieser höheren geistigen Aktivität wird jedem von uns gegeben der versucht, zu verstehen. Wenn aber das Ideal und die Absichten nicht mit dem seelischen Verstand übereinstimmen, dann wird das Öffnen der Pforte zwischen dem physischen und dem spirituellen Körper einen Aufruhr im Innersten auslösen, der uns an unserer empfindlichsten Stelle treffen wird. […]

Es gibt so viele Arten der Meditation wie es Menschen gibt, die meditieren. Für manche ist sie ein Ausweg aus den Versuchungen der Welt; für andere ein Zugang zum Wissen, für wieder andere ein Weg, sich Gott zu nähern. […]

Wenn das Ziel unserer Meditation nur darin liegt, den physischen Körper zu beruhigen, sollte die direkte Methode angewendet werden. Gewöhnlich ist dies jedoch nicht der Fall. Das Ziel und die Absicht ist bei einer tiefen Meditation ein höherer Zustand des spirituellen Bewusstseins. Daher ist es wichtig, die Aufmerksamkeit auf das Ideal zu lenken, das gesetzt werden soll. Die physische Ruhe des menschlichen Organismus ist eine natürliche Folge, wobei die Einheit mit dem inneren Gefühl wachsen und anstelle von getrennten Bruchstücken des Bewusstseins treten wird. Nun, da die Aufmerksamkeit auf das Ideal gelenkt wurde, sollte das Verlangen geschaffen werden, den höchstmöglichen Bewusstseinszustand zu erreichen, zu dem das ganze Selbst fähig ist. Dies bedeutet nicht die Fixierung auf die Worte einer Anrufung, sondern eine starke Sehnsucht, dass die Begegnung mit dem inneren Selbst und Gott durch Ablenkungen nicht gestört und verhindert werde. Die Ruhe des Körpers sollte einer inneren spirituellen Bemühung entspringen und nicht einer Fixierung auf äußere Reize. […]

Meditation ist der sicherste und zuverlässigste Weg zum Selbstverständnis. Sie ist der Schlüssel zu dem Tor, das in der ‚realen’ Welt für die meisten von uns verschlossen ist. Wir wollen uns selbst studieren und erkennen.“
(Suche nach Gott 1, Seiten 13, 18, 23, 24, 27, 28, 34)

Meiner Ansicht nach ist auch wichtig, was Edgar in Reading 281-41 sagt: „Ihr müsst genauso meditieren lernen, wie ihr laufen und sprechen gelernt habt!“ Also nicht verzweifeln, wenn es mit der Meditation nicht so klappt, wie Ihr Euch das vorstellt. Behaltet das Ziel im Auge und findet Euren eigenen Weg.

Zu diesem Artikel hat mich übrigens ein sehr schöner Post in einem anderen Blog inspiriert: Meditation: Metta “vs” Atembetrachtung. Was mir daran besonders gefällt, ist die Aussage, dass „Meditation ganztägige Praxis“ ist. Ich glaube, die Metta-Meditation wäre auch ganz im Sinne der Edgar-Cayce-Readings.

Was meint Ihr?

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Autor: Cayceportal

Hallo, ich heiße Stefanie Piel und bin Diplom-Übersetzerin für Englisch und Französisch. Ich habe mich dem Werk Edgar Cayces verschrieben. Energiearbeit, Quantenphysik, Epigenetik und die Tatsache, dass wir mit allen und allem verbunden sind, begeistern mich immer wieder. Noch nie zuvor war ich so nahe an meinem wahren Ich dran wie jetzt. Ich möchte Edgar Cayce aus der esoterischen Ecke herausholen und sein Werk, basierend auf den neuesten Erkenntnissen, näher beleuchten.

2 Kommentare zu „Edgar und die Meditation“

  1. Namasté 🙂
    Ich freue mich und fühle mich sehr geehrt, dass mein Artikel Dich zu diesem hoch interessanten und schönen Artikel inspiriert hat. Es geistert viel merkwürdiges Zeug über Meditation durch das www, und es ist schön zu sehen, dass gelegentlich ja doch auch das Wesentliche meditativer Praxis ans Licht gebracht wird 🙂
    Edgar Cayce … hm … war mir bisher noch nicht wirklich bekannt …
    Ich werde, sobald meine übrigen Aktivitäten es erlauben, einmal etwas intensive auf diesem Blog stöbern und mich meinerseits inspirieren lassen.
    Einstweilen wünsche ich Dir und allen Lesern
    METTA & SMILES
    Michael

    1. Hallo Michael,
      Dein Artikel ist wirklich sehr inspirierend! Ich hoffe, noch mehr über dieses Thema von Dir lesen zu dürfen 🙂 Meditation ist ein wahres Geschenk, aber ich glaube, es ist noch viel Aufklärungsarbeit nötig, um ihr wahres Potenzial zu zeigen.
      Schön, dass Dir auch mein Post gefällt und viel Freude beim Stöbern 🙂
      Gerade habe ich Deinen eigenen Blog entdeckt und werde ihn gleich verlinken.
      Danke sagt
      Stefanie

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