Gelebtes Wissen

Wie bereits im letzten Artikel geschrieben, handelten die Readings zum Weltgeschehen von zum jeweiligen Zeitpunkt stattfindenden und unmittelbar bevorstehenden Ereignissen in Politik, Finanzwelt und Wirtschaft und sollten Lösungen aufzeigen. Bei diesen Readings begann der Leiter bzw. die Leiterin die Sitzung meist mit einer Anmerkung wie: „damit wir den Veränderungen besser begegnen können“; „die uns als Organisation und als Einzelpersonen in unserem Versuch helfen können, Kanal der Segnungen für unsere Mitmenschen zu sein“; „die uns helfen, eine dauerhafte Basis für internationalen Frieden zu schaffen, die begründet ist auf dem Verständnis der wirtschaftlichen, sozialen und spirituellen Probleme der jeweils anderen“; uvm.

So wie ich das verstehe, ging und geht es letztlich immer darum, dass wir unser Wissen nutzen sollen, um anderen zu helfen. Und das können wir natürlich am besten, indem wir das, woran wir glauben, das, was wir wissen, aktiv vorleben. Theoretisches Wissen ist gut und schön, aber wenn wir es nicht in die Praxis umsetzen, ist es unnütz.

Was mich angeht, so beschäftigt mich das Thema Angst und Zukunft in letzter Zeit mehr als mir lieb ist. Man kann viel erzählen, das Umsetzen ist doch schwieriger, als man sich denkt, vor allem, wenn es darum geht, „dass du deine Pflicht heute tun sollst“ und dass „das MORGEN … für sich selbst sorgen“ wird (Reading 294-185).

Wir renovieren zurzeit ein altes Haus und bauen es um. Es ist Familienerbe und liegt mir sehr am Herzen. Aber die Umsetzung gestaltet sich doch schwieriger als gedacht; der Architekt hat sich mit dem Kostenvoranschlag vertan und in einem so alten Haus tun sich immer wieder neue Baustellen auf, die erst nach und nach zum Vorschein kommen. Die Finanzierung steht zwar – aber wird das Geld auch reichen? Und was ist, wenn nicht? Außerdem bin ich freiberuflich tätig – was, wenn ich angesichts der Wirtschaftslage keine Aufträge mehr bekomme? Oder wenn wichtige Kunden abspringen? Da nehme ich doch lieber auch einen Auftrag an, der mir gar nicht gefällt – Hauptsache, es kommt Geld in die Kasse … Und werde ich je genug Zeit und Geld haben, mich ganz der Sache Edgar Cayces widmen zu können, Bücher zu schreiben, andere Kulturen kennen zu lernen? Jetzt erstmal gar nicht … Und was ist wenn ….?

So und ähnlich geht es munter weiter – bis mir plötzlich bewusst wird, dass ich gerade dabei bin, Zukunftsängste in mir selbst zu schüren. Und da will ich anderen erzählen, dass sie keine Angst vor der Zukunft haben sollen? Und warum sollte ich Angst haben? Es hat doch immer geklappt, sogar gut geklappt! Ich musste bisher keinen Hunger leiden, hatte genug anzuziehen, konnte mir auch den ein oder anderen Luxus leisten. Ja, aber da ist doch jetzt diese große Investition … und da ist es wieder, das „Aber“! Kein Aber! Es gibt kein Aber! Es gibt nur ein „Und“! Also stopp jetzt mit den negativen Gedanken! Lebe jetzt! „Das Morgen wird für sich selbst sorgen.“

In der Meditation arbeite ich seit fast einem Jahr mit dem Wort „Vertrauen“. In die Schwingung dieses wunderbaren Wortes lasse ich mich während der Meditation immer tiefer hineinsinken. Und in den letzten Monaten habe ich festgestellt, dass die Phasen der Sorge und Angst immer kürzer und die Phasen der heiteren Ruhe und Gelassenheit immer länger werden. Außerdem weiß ich, dass die Macht der Gedanken unendlich groß ist, und so versuche ich seit etwa zwei Jahren, mein Denken bewusst zu steuern. Und ich versuche, ganz im Hier und Jetzt zu leben.

Und hier und jetzt, beim Schreiben, überkommt mich ein unendliches Glücksgefühl, denn ich lese gerade meine Stichworte zu diesem Artikel nochmal durch und da steht: Das Leben ist schön!

Ja, das Leben ist schön, wunderbar, voller Verheißungen! Was kümmern uns die Krisen, von denen sich die nächste schon ankündigt? Sie sind Chancen und es liegt an uns Menschen, diese zu ergreifen. Natürlich sind es schlimme Dinge, die da geschehen, besonders für die Menschen, die direkt davon betroffen sind – keine Frage. Die Angst vor Armut, sozialem Fall, Zusammenbruch der Welt, wie wir sie kennen, hat immer eine große Rolle im Denken und Handeln der Menschen gespielt. Die Gefahren bestehen und es bringt überhaupt nichts, sie zu verdrängen. Doch nicht die Ereignisse sind wichtig, sondern unsere Reaktion darauf.

Deshalb bleibe ich dabei: Alles, was geschieht, ist auch und gerade für den Einzelnen eine Chance, sich von überkommenen Denkstrukturen freizumachen und einen neuen Weg einzuschlagen. Alles verändert sich immer (hatte ich das nicht schon geschrieben?). Na gut, dann verändern wir uns eben mit! Schließlich haben wir ja in unserer Jahrtausende alten Geschichte bewiesen, dass wir äußerst anpassungsfähige Geschöpfe sind, oder?

Und an dieser Stelle komme ich wieder auf meine einleitenden Worte zurück. Es geht darum, dass wir, die wir uns all dessen langsam aber sicher bewusst werden (oder dessen schon lange bewusst sind), also dass wir das, was wir glauben und wissen, aktiv vorleben. Das können wir meiner Meinung nach nur, wenn wir uns bemühen, einen Weg aus dieser Angstenergie herauszufinden. Schritt für Schritt, Stück für Stück. Und indem wir das tun, helfen wir nicht nur anderen, sondern wachsen auch an uns selbst.

Wir müssen uns klarmachen, dass wir nicht fremdbestimmt sind – niemals. Nichts ist stärker als unser eigener freier Wille. Das sagte Edgar Cayce ganz klar, als er in Reading 5749-14 gefragt wurde:

„Sind Vererbung, Umfeld und Wille gleich starke Faktoren bei der Unterstützung oder Hemmung der Entwicklung der Wesenheiten?
Antwort: Wille ist der größere Faktor, denn er kann eines oder jedes der anderen überwinden; vorausgesetzt, dass der Wille eins mit dem Muster [der individuellen Seele] gemacht wird, verstehst du?
Denn kein Einfluß von Vererbung, Umfeld oder was auch immer übertrifft den Willen.“

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Autor: Cayceportal

Hallo, ich heiße Stefanie Piel und bin Diplom-Übersetzerin für Englisch und Französisch. Ich habe mich dem Werk Edgar Cayces verschrieben. Energiearbeit, Quantenphysik, Epigenetik und die Tatsache, dass wir mit allen und allem verbunden sind, begeistern mich immer wieder. Noch nie zuvor war ich so nahe an meinem wahren Ich dran wie jetzt. Ich möchte Edgar Cayce aus der esoterischen Ecke herausholen und sein Werk, basierend auf den neuesten Erkenntnissen, näher beleuchten.

2 Kommentare zu „Gelebtes Wissen“

  1. Ja, wirkliches Vertrauen ist gut und oft sehr schwierig (manchmal scheinbar schier unmöglich, bei dem was so auf dem Spiel steht). Und es ist auch die Chance den eigenen Glauben zu leben und unter Beweis zu stellen. Ein anderer großer Lehrer hat, um dies seinen Zuhörern zu verdeutlichen, auf die frühen Christen im alten Rom verwiesen, die sogar im Angesicht des Verlustes ihres physischen Leibes nicht von ihrem Glauben und ihrer Zuversicht in Gott abgewichen sind. (siehe z.B. den Film „Quo Vadis“)
    Das letzte Zitat ist wieder ein sehr schönes, das ich mir oft in Erinnerung rufe. Danke!

    1. Da hast Du völlig recht, es ist oft wirklich schwierig. Vertrauen, das schließt auch das Vertrauen in sich selbst mit ein, und häufig ist das am schwierigsten. Die frühen Christen waren natürlich stark auf das „Jenseits“ ausgerichtet und ich muss gestehen, dass ich froh bin, hier und jetzt und an einem Ort zu leben, an dem (noch?) nicht solche Entscheidungen getroffen werden müssen. Auf jeden Fall lohnt es sich, ab und zu mal über solche Dinge nachzudenken.
      LG von Stefanie

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