Die Kontinuität des Lebens

Nur wenige Menschen wissen, dass Edgar Cayce nicht nur Readings gegeben, sondern auch Vorträge gehalten hat. Ich finde diese besonders interessant, denn sie geben seine persönliche Meinung zu vielen Themen, die uns auch heute noch bewegen, wieder. Der nachstehende Vortrag erschien auf Deutsch zunächst im „Edgar-Cayce-Lesebuch“, das zahlreiche Artikel von und über Edgar Cayce von verschiedenen Autoren enthält und heute leider nur noch antiquarisch verfügbar ist. Ich habe ihn noch einmal neu direkt aus dem Buch „In a Wakening State“ übersetzt und danke der A.R.E. Press für die Erlaubnis dazu!

Am Donnerstag, den 14. Dezember 1933, hielt Edgar diesen Vortrag an einem nicht näher bezeichneten Ort namens „Ragged Robin“ (Zerzaustes Rotkehlchen) in Norfolk, Virginia:

„Lassen Sie mich zunächst klarstellen, was wir mit bestimmten Begriffen, die wir benutzen müssen, meinen. Da ich kein Wissenschaftler bin, kann ich nicht wie ein solcher sprechen. Ich bin auch kein gebildeter Mensch und kann daher nicht wie ein Gelehrter reden. Ich kann Ihnen nur aus meiner Erfahrung und meinen Beobachtungen und von dem, was ich gelesen habe, erzählen.

Wenn wir den Begriff „Kontinuität des Lebens“ benutzen, was meinen wir dann mit „Leben“? Bezeichnen wir damit die Spanne zwischen Geburt und Tod? Wäre es nicht besser, uns auf das Leben als „Wissen um die Existenz“ zu beziehen?

Unter dieser Voraussetzung gehe ich an eine Frage heran, die zu allen Zeiten gestellt wurde. Sie gehört zu den ältesten Fragen, über die der Mensch nachgedacht hat: Wenn man stirbt, wird man wieder leben? Was ist Tod? Was kommt danach? Sie alle haben den gleichen Ursprung. Und wir müssen jede von ihnen in unserem eigenen Selbst beantworten. Doch dies ist mein Glaube:

Ich glaube, dass der Mensch, als Gott ihm Leben einhauchte, eine lebende Seele wurde – eine individuelle Seele, wie ich betonen möchte. Der Geist Gottes ist Leben, ob in einem Grashalm oder im Menschen. Die Seele des Menschen ist individuell und lebt weiter.

Schon ganz am Anfang der Bibel wurde festgehalten, dass es dem Menschen nicht erlaubt war, von einer bestimmten Frucht im Garten zu essen (siehe 1. Mose [Gen] 2;17). Indem der Mensch von dieser Frucht aß, wurde er sich seines Seins bewusst, und es war Sünde, den es war ihm nicht erlaubt worden. Dann sprach Gott zum Menschen, dass er den Garten verlassen müsse, da er ansonsten auch vom Baum des Lebens essen und ewig leben würde. Was bedeutete das? Einfach nur das? Oder hatte Satan Recht, als er sagte: „Keineswegs werdet ihr sterben, wenn ihr von dieser Frucht esst!“ (1. Mose [Gen] 3;4). Was brachte dem Menschen den physischen Tod? Ein Fehltritt! Das Nehmen von etwas, das ihm verboten worden war. Brachte es der Seele den Tod? Nein! Es brachte nur dem pysischen Körper den Tod.

Wird man sich also seiner kontinuierlichen Existenz bewusst, so wird man im Selbst rechtschaffen. Dann können wir uns unserer kontinuierlichen Existenz bewusst werden, sei es auf der physischen Ebene oder auf der spirituellen Ebene, oder auf welcher Entwicklungsstufe auch immer, durch die wir vom physischen Leben in das spirituelle Leben übergehen. Was wollen wir erreichen, wenn wir die verschiedenen Stufen durchlaufen? Rechtschaffenheit im Selbst!

Jesus sagte, wenn wir Sein Bewusstsein in uns trügen, so würden wir uns auch bewusst oder wüssten, was Er uns von Anbeginn an gesagt hat. Was war der Anbeginn laut Christus? „Im Anfang war das Wort, und das Wort war mit Gott, und das Wort war Gott.“ (Joh 1;1) Der Meister sagte: „Ihr sagt, dass Abraham euer Vater sei. … ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich.“ Da wendeten sich viele, zu denen Er diese Worte sprach, von Ihm ab (Joh 8;54-59). Warum? Weil Er auf jene Frage Antwort gab, die den Menschen von Anbeginn an gequält hat: „Wenn ein Mensch stirbt, wird er wieder leben?“ Er sagte zu Nikodemus: „Wisse, dass ein Mensch wiedergeboren werden muss.“ Als Nikodemus fragte: „Wie kann dies geschehen?“ antwortete Er: „Du bist der Lehrer Israels und weißt das nicht?“ (Joh 3;1-10).

Was bedeutet es, um die Kontinuität des Lebens zu wissen? Es heißt, im Selbst rechtschaffen zu sein und sich des Christus im Selbst bewusst zu werden. Denn Gott ist Leben. Christus ist Leben und Licht für alle, die danach suchen, Ihn zu erkennen. Gibt es ohne Ihn einen anderen Weg? Nicht, dass Er der einzige Weg sei, doch „wer anderswo hinübersteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber.“ (Joh 10;1). Er ist das Leben. Er kam, um dieses Leben zu verkörpern, und die Kontinuität des Lebens liegt in der Unsterblichkeit der Seele.

Unsterblichkeit der Seele ist eine individuelle Angelegenheit. Meine Seele gehört mir, mit der Fähigkeit, selbst zu wissen, das sie selbst ist, und doch eins mit Gott (siehe Reading 2030-1). Das war die Botschaft, die Jesus Seinen Jüngern immer wieder vermittelte. „Ich aus mir selbst kann nichts tun“ (Joh 5;19). Doch das Leben, das uns innewohnt – und das Geschenk Gottes, das in uns wirkt – macht uns unsere Beziehung zu unserem Schöpfer bewusst. Wie werden wir uns unserer Beziehung zu Gott bewusst? Indem wir die Früchte des Geistes leben! Der Geist ist das Leben – und das Licht – der uns die Unsterblichkeit bewusst macht, welche die Fortsetzung unseres Einsseins mit Gott ist. Wenn Gott Leben ist, dann müssen wir Sein werden, um das Bewusstsein zu genießen, eins mit Ihm zu sein.

Die Kontinuität des Lebens bedeutet also, sich unseres Einsseins mit Gott bewusst zu sein, durch den Kanal, der uns durch das Vorbild dessen aufgezeigt wurde, der in die Welt kam, um uns den Weg des Lebens zu weisen.“

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Autor: Cayceportal

Hallo, ich heiße Stefanie Piel und bin Diplom-Übersetzerin für Englisch und Französisch. Ich habe mich dem Werk Edgar Cayces verschrieben. Energiearbeit, Quantenphysik, Epigenetik und die Tatsache, dass wir mit allen und allem verbunden sind, begeistern mich immer wieder. Noch nie zuvor war ich so nahe an meinem wahren Ich dran wie jetzt. Ich möchte Edgar Cayce aus der esoterischen Ecke herausholen und sein Werk, basierend auf den neuesten Erkenntnissen, näher beleuchten.

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