Was ist unser Ideal?

Was ist überhaupt ein Ideal? Im Wahrig Deutsches Wörterbuch wird „Ideal“ wie folgt definiert: „Inbegriff höchster Vollkommenheit, Mustergültiges, Wunschbild, erstrebenswertes Vorbild, Leitgedanke“. Und was ist mein Ideal? Ich rede hier nicht von Gemeinplätzen, sondern von einem wirklich tief empfundenen, meiner Individualität entsprechenden Ideal, das im Einklang mit meinem Streben steht, spirituell, geistig und körperlich das Beste aus mir und meinem Leben zu machen. Was genau ist also mein Ideal? Kann ich darauf wirklich eine klare und definitive Antwort geben? Nach langem Nachdenken muss ich gestehen: Nein, das kann ich nicht. Allenfalls eine diffuse. Und doch ist es für unsere Weiterentwicklung auf jeder Ebene nötig, sich Ideale zu setzen, denn:

– unsere Ideale sind die Standards, anhand derer wir unsere Entscheidungen treffen. Sie sind wie eine Straßenkarte, die wir verwenden, damit sie uns zu unserem Ziel führt.
– unsere Ideale legen die Einstellungen fest, anhand derer wir leben.
– unsere Ideale bestimmen den Pfad und die Richtung, auf dem und in die wir uns bewusst bewegen.
– unsere Ideale bestimmen, was und wen zu uns ziehen, wenn wir sie anwenden.
– unsere Ideale halten das Gleichgewicht zwischen Körper, Verstand und Seele. Durch sie koordinieren wir den Geist im Inneren, den Verstand und unsere physischen Aspekte.
(Aus „Your Life – Why It Is The Way It Is And What You Can Do About It” von Bruce McArthur)

Edgar weist in seinen Readings oft ganz besonders auf die Notwendigkeit der Festlegung von Idealen hin. Den Menschen, die ihn um Hilfe baten, empfahlen diese Readings häufig, sich selbst Ideale zu setzen – spirituelle, mentale und physische Ideale – damit alle grundlegenden Aspekte des Lebens im Einklang miteinander sind. Ich denke, auch wir können aus diesen Ratschlägen etwas lernen. In Reading 2172-1 heißt es zum Beispiel:

„Wisse, dass das Ideal stets auf etwas gegründet sein muss, das kontinuierlich ist, und nur der GEIST IST KONTINUIERLICH! Denn alles, was materieller oder irdischer Natur ist, MUSS vergehen. Nur Absicht, die kreativ ist, die von der Wahrheit, die auf spirituelle Dinge, spirituelle Aktivitäten, spirituelle Beziehungen gegründet ist, angetrieben wird, dauert fort.
Sicher, in einer materiellen Welt benötigt der Mensch jene Aktivität, die Dinge materieller Natur in seine Erfahrung bringt; doch lass diese ein Ergebnis des Ausdrucks bzw. der Manifestation sein, die auf spirituelle Dinge und Absichten gegründet ist, und nicht allein den Hauptzweck bilden. Denn wenn es einen dauerhaften Erfolg geben soll, müssen die materiellen Ergebnisse auf schöpferische Einflüsse und Kräfte gegründet sein.“

Einem jungen Mädchen gab er folgenden Rat:

„Wisse, dass dein Dasein auf der Erde dir die Gelegenheit zum Selbst, zur sozialen Entfaltung bietet, und in den Beziehungen zu deinen Mitmenschen sowohl des eigenen als auch des anderen Geschlechts sollst du nicht nur Idealistin sein, nicht unbedingt ein so genanntes puritanisches Leben führen, sondern so leben, dass andere, alle anderen, sich wünschen, so zu sein wie du. Das ist eine ideale Verhaltensweise.
Was ist dazu erforderlich? Du musst im Selbst deine eigenen Ideale erkennen, spirituell, mental, materiell, nicht nur mit dem Gedanken: ‚Ich denke, so sollte es sein’ oder ‚Ich glaube, das wäre wunderbar’, sondern schreibe sie auf und sieh, wie sie aussehen. Du wirst überrascht sein, wie oft du sie von einem Tag auf den anderen ändern kannst.
Wenn du dann dein Ideal kennst, handle danach. Wenn du ein Ideal hast, musst du es auch in deinen täglichen Handlungen praktizieren.“

Den Readings zufolge muss man auf ein Ideal hinarbeiten, um dann jederzeit zu versuchen, es anzuwenden, auch in Zeiten der Not und des Erfolgs, in Freude und Entbehrung (2502-1). Wenn man es mal wieder nicht geschafft hat: macht nichts. Es gibt immer ein Morgen, eine neue Gelegenheit, ein ganz neues Anfangen. Wichtig ist, dass wir beharrlich bleiben.

Aber wie finden wir unsere wahren Ideale heraus? Gibt es dafür überhaupt eine Methode? Vielleicht wollen wir versuchsweise Edgars Rat folgen und unsere physischen, mentalen und spirituellen Idealvorstellungen in Worten und Sätzen in einer Art „Brainstorming“ aufschreiben, unterteilt in die drei genannten Kategorien? Dann könnten wir versuchen, sie in unserem täglichen Leben anzuwenden, vielleicht zunächst nur in einem Lebensbereich. Einmal in der Woche oder einmal monatlich vergleichen wir dann unsere Gedanken, Worte und Taten mit den Aufzeichnungen und revidieren gegebenenfalls unsere Eintragungen. Ob das wohl klappt?

Beispiele für spirituelle Ideale könnten sein:
Liebe, Wahrheit, Hoffnung, Beharrlichkeit, Geduld, Glaube, Tugend, Zufriedenheit, …
Mentale Ideale könnten beinhalten:
sei verständnisvoll, sei dankbar, sei harmonisch, sei aufbauend, sei großzügig, sei hilfreich, sei ermutigend, sei glücklich, …
Materielle Ideale sind eventuell:
Wissen teilen, Besitztümer teilen, Vergünstigungen weitergeben, Kleidung, Energie, …
(Aus „Your Life – Why It Is The Way It Is And What You Can Do About It” von Bruce McArthur)

Und wie sieht’s mit Euren Idealen und ihrer Umsetzung aus?

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Autor: Cayceportal

Hallo, ich heiße Stefanie Piel und bin Diplom-Übersetzerin für Englisch und Französisch. Ich habe mich dem Werk Edgar Cayces verschrieben. Energiearbeit, Quantenphysik, Epigenetik und die Tatsache, dass wir mit allen und allem verbunden sind, begeistern mich immer wieder. Noch nie zuvor war ich so nahe an meinem wahren Ich dran wie jetzt. Ich möchte Edgar Cayce aus der esoterischen Ecke herausholen und sein Werk, basierend auf den neuesten Erkenntnissen, näher beleuchten.

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