Über Krieg und Frieden

Wir kommen nicht zur Ruhe. Die Medien versorgen uns tagtäglich mit neuen negativen Schlagzeilen. Viele Menschen machen sich Sorgen. Nicht nur in prophezeiungsgläubigen Kreisen wird immer lauter über einen Zusammenbruch, gar einen dritten Weltkrieg diskutiert. Entsprechend häufig finde ich in meiner Statistik auch Suchanfragen darüber, was Edgar über Syrien, die Türkei, einen dritten Weltkrieg oder Schuldenkrisen gesagt hat. Nun, zu Syrien, Türkei usw. habe ich schon in meinem Artikel Haltet Ausschau danach geschrieben. Mit Schuldenkrisen habe ich mich noch nicht auseinandergesetzt (kommt vielleicht noch – vielleicht …).

Mehr beschäftigt mich allerdings, dass viele Menschen zu glauben scheinen, Edgar Cayce habe einen dritten Weltkrieg prophezeit (auch dazu habe ich schon in Die Macht ist mit uns geschrieben). Die meisten diesbezüglichen Aussagen finden sich zwar im englischsprachigen Netz, aber in einem deutschen Blog las ich, dieser Krieg solle (laut Edgar) im Sommer 2011 beginnen. Hmmm … Auf einer anderen Seite hieß es, Edgar habe „die Möglichkeit eines dritten Weltkriegs vorausgesagt“. Aber immer vermisse ich die Quellenangaben. Wann soll Edgar diese Aussagen gemacht haben? In welchem Reading? In welchem Zusammenhang? Auf meine Anfragen bei den Betreibern erntete ich nur Schweigen.

Ich frage mich nun: Haben die Leute zuviel Phantasie? Werfen sie möglicherweise mehrere Reading-Aussagen durcheinander? Oder sind es nur Gerüchte? Aber Gerüchte haben doch, wie Legenden auch, einen wahren Kern?

Die Frage ließ mir keine Ruhe. Ich wollte sicher gehen. Also nahm ich mir die vollständige englischsprachige Reading-DVD vor und begann nach dem Ausschlussprinzip zu suchen: war, world war, third world war in allen Variationen. Zum dritten Weltkrieg fand ich nichts. Aber ich stieß auf ein Reading, das möglicherweise der Auslöser für die heutigen Spekulationen sein könnte: Reading 3976-28 vom 20. Juni 1943. In diesem Reading geht es, wie in allen 29 Readings der Reihe „Weltgeschehen“, um die Geschehnisse zum Zeitpunkt des jeweiligen Readings (sowie kurz danach) und um Lösungsmöglichkeiten. Wie so oft hielt Edgar zunächst einen Vortrag über den Menschen und seine Beziehung zu Gott. Dann durften Fragen gestellt werden. Eine dieser Fragen lautete:

„14. (Frage) Wäre es machbar, eine internationale Währung oder eine internationale Stabilisierung der Wechselkurse auszuarbeiten?
(Antwort:) Auch darauf wird hingearbeitet werden. Es wird eine lange, lange Zeit dauern, bevor dies eingeführt wird. Tatsächlich gibt es möglicherweise einen weiteren Krieg [Original: another war] wegen genau dieser Umstände, doch es wird ein Schritt in die richtige Richtung sein – bei den Versuchen, zu dieser Zeit Frieden zu bringen [Original: in the attempts in bringing peace at this time].“

Könnte dies das Reading sein, auf dem alle Gerüchte beruhen? Edgar nannte keine Zahlen und kein Datum. Doch bei meiner Suche fand ich keine Aussage, die näher an den Gerüchten dran ist.

Dieses Reading ist aber noch aus einem anderen Grund interessant. Edgar erklärt darin nämlich ganz klar, dass es keinen wahren Frieden geben kann, solange es keinen Frieden in jedem einzelnen von uns selbst gibt. Ein kurzer Ausschnitt mag das verdeutlichen. Gertrude Cayce, die Leiterin, leitete die Sitzung wie folgt ein:

„1. Du hast vor dir den heutigen Zustand der Welt und das, was jene brauchen, die Rat suchen, um dazu beizutragen, eine dauerhafte Grundlage für internationalen Frieden zu schaffen, gegründet auf dem Verständnis von den wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und spirituellen Problemen des jeweils anderen. Du wirst die Fragen beantworten, die ich dir stellen werde.“

Darauf begann Edgar: „2. Ja wir haben – wie bereits zuvor – jene Probleme, welche die Umbrüche und die Kriege, das Misstrauen, den Neid, den Hass, die heute existieren, hervorgebracht haben. Diese sind das Ergebnis davon, dass der Mensch Gott sowie das, was wahrhaft den aufrichtigen Versuch des Menschen darstellt, einen lebendigen Gott anzubeten, zu ehren und zu verherrlichen, vergisst.

3. Denn dies kann nur auf die Weise geschehen, wie Individuen, Staaten, Nationen ihre Mitmenschen behandeln. Denn was du anderen tust, das tust du deinem Schöpfer, und wenn diese Aktivitäten so sind, dass sie deinen Mitmenschen entehren, dann entehrst du deinen Gott – und es bringt all jene Formen der Störung, die in der heutigen Welt existieren.

4. Was die Individuen hier betrifft – Friede muss im Selbst beginnen, bevor es die Aktivität oder den Einsatz des Selbst auf eine solche Weise geben kann, dass Friede in deinen eigenen Haushalt, in dein eigenes Herz, in deine eigene Umgebung, in deinen eigenen Staat oder deine eigene Nation gebracht wird, und [es gibt] nur eine Vereinbarung: Liebe Gott auf eine Weise, die im Einklang mit dem steht, was dir dein Gewissen gebietet.
[…]“

Vor 69 Jahren gesagt, klingt das doch sehr aktuell …

Interessierte erhalten das Reading auf Anfrage bei mir. Es ist wirklich sehr aufschlussreich; unter anderem könnte man aus Absatz 17 eventuell sogar einen Hinweis auf die Überheblichkeit der Siegermächte nach dem 2. Weltkrieg herauslesen …

Sagt mir Eure Meinung! 😉

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Autor: Cayceportal

Hallo, ich heiße Stefanie Piel und bin Diplom-Übersetzerin für Englisch und Französisch. Ich habe mich dem Werk Edgar Cayces verschrieben. Energiearbeit, Quantenphysik, Epigenetik und die Tatsache, dass wir mit allen und allem verbunden sind, begeistern mich immer wieder. Noch nie zuvor war ich so nahe an meinem wahren Ich dran wie jetzt. Ich möchte Edgar Cayce aus der esoterischen Ecke herausholen und sein Werk, basierend auf den neuesten Erkenntnissen, näher beleuchten.

5 Kommentare zu „Über Krieg und Frieden“

  1. Ja, dass sie sich darin einig sind, denke ich auch. Die Aussage, die ich meine, war aber eher eine Art Vorausschau oder Prophezeiung, weniger eine Erkenntnis oder ein guter Rat.

    1. Ah, alles klar! Nun, vielleicht erleben wir gerade die Geburtswehen dieser Vorausschau, es kommen ja immer mehr Menschen zu dieser Erkenntnis, auch einige von jenen, die zurzeit weltliche Macht besitzen …

  2. Das ist wirklich ein interessantes Reading. Was mir darauf persönlich einfällt ist eine Aussage eines anderen Menschen, in der es auch darum geht, dass sich die Nationen der Welt, durch Probleme die auftreten werden, darüber bewusst werden, dass sie diese nur zusammen lösen können.

    Diese Aussage steht in dem Buch das ich dir mal empfohlen habe. Ich weiß ja nicht, ob du es mittlerweile schon lesen konntest.

    Viele Grüße,
    Fabio

    1. Hallo Fabio,

      ich glaube, alle Weisen dieser Welt waren/sind sich zutiefst darüber einig, dass es nur gemeinsam im höheren Sinne vorangehen kann. Wir sind eine große Familie. Erst in den letzten paar Jahren ist mir das wirklich ganz bewusst geworden – und das entsprechende Handeln ist manchmal ganz schön schwierig …

      Nein, das Buch habe ich leider noch immer nicht gelesen, aber es steht ganz oben auf meiner Liste noch zu lesender Bücher. Es war in den letzten Monaten so viel los und ich komme erst jetzt so ganz langsam wieder zum Verschnaufen.

      Liebe Grüße von
      Stefanie

      P.S.: Wirst Du zum Seminar mit Peter fahren?

      1. Oh, ich hab dein P.S. erst jetzt registriert 🙂
        Nein, das werd ich dieses mal nicht schaffen, leider. Aber bestell allen schöne Grüße, falls du hinfährst.

Kommentare sind geschlossen.