Geduld – Zeugnis von Wachstum

Wieder möchte ich aus Band 1 von „Suche nach Gott“ zitieren, diesmal aus dem Kapitel „Geduld“. Es basiert auf Edgars Readings 262-24 bis 262-26 und lädt uns ein, darüber nachzudenken, wie geduldig wir tatsächlich sind. Was mich angeht, so ist das Thema ein absoluter Dauerbrenner; ich möchte am liebsten alles auf der Stelle verwirklicht sehen ;). Auch meine Geduld mit Menschen ist – leider – begrenzt; wenn sie etwas nicht so schnell verstehen, wenn sie etwas tun, was mir nicht passt, wenn ich weiß, dass sie es besser könnten, es aber nicht einsehen wollen; und so weiter und so fort. Von der Geduld mit mir selbst will ich mal gar nicht reden … Und wie oft verkennen wir die Geduld, die andere Menschen mit uns haben! Wenn wir etwas nicht so schnell verstehen, wenn wir etwas tun, was ihnen nicht passt, wenn sie wissen, dass wir es besser könnten … usw. usf. Geht es manchen von Euch auch so? Dann sind diese Überlegungen genau das Richtige ;).

Aus „Suche nach Gott“, Buch 1, Kapitel VII, „Geduld“:

Gott ist der Gott der Geduld. Die gesamte Natur verkündet das. Es steht in den Felsen, den Höhlen, den Bergen und den Tälern geschrieben – ja sogar tief im Herzen der Erde. Jesus, der selbst langmütig, geduldig und willig war, schrieb es auch in die Seelen der Menschen, obwohl es lange Zeit dauern wird, bis alle Menschen zur Erkenntnis des Lichtes gelangt sind.

Geduld ist eine Aktivität des Geistes Gottes in jeder einzelnen Seele. Ihr Ausdruck umfasst mentale, physische und spirituelle Gedanken und Handlungen. Durch die Geduld lernen wir unser Selbst erkennen, lernen wir unsere Ideale zu messen und zu prüfen, lernen wir Glauben zu praktizieren und durch die Tugend nach dem Verständnis zu suchen. So sind alle spirituellen Eigenschaften in der Geduld zusammengefasst.

Wenn wir Tag für Tag Geduld üben, dann erkennen wir, wie gut wir jene Lektionen in Handlungen umzusetzen vermögen, die wir aus vergangenen Erfahrungen gelernt haben. Geduld setzt alle Tugenden in die Tat um. Mit Geduld werden wir zum Kanal für die Segnung anderer – indem wir nicht auf unsere Weise, sondern auf schöpferische Weise dienen – nicht nur einmal, sondern solange das Dienen notwendig ist.

Geduld ist ein Prüfstein unserer Entwicklung. Wenn wir sie in unserem täglichen Leben anwenden, zeigt sich, ob wir die Möglichkeiten, die uns im Laufe früherer Erfahrungen gegeben wurden, eingesetzt oder missbraucht haben. Welch ein großes Verständnis erhalten wir, wenn wir diese Eigenschaften einsetzen! […]

Geduld gibt wie nichts sonst Zeugnis vom Wachstum. Oft stellen wir fest, dass wir so stark in der Bewältigung schwieriger Probleme sind, dass wir das Gefühl haben, wir hätten sie bereits früher einmal gelöst. Zweifellos haben wir dies immer wieder getan. Zu anderen Zeiten wiederum können wir mit weitaus kleineren Problemen nicht fertig werden. Warum machen wir derartige Erfahrungen? Wenn wir unsere Fehler erkennen, beschließen wir, Gewinn aus diesen Fehlern zu ziehen. Aufgrund dieser Erfahrungen sollten wir uns später stets glücklich schätzen, ertragen zu können, und bereit sein zu warten, bis wir besser verstanden werden und bis wir besser verstehen können. Die Lektion, die wir durch Geduld lernen, wird uns am Ende stärken und helfen. […]

Bei der Ausübung der Geduld gibt es nichts zu bedauern – bei ihrem Verlust jedoch alles. Wir bauen für die Ewigkeit. Die Ergebnisse zeigen sich nicht immer sofort. […]

Wir wollen oft nach der Erweckung unseres inneren Selbst suchen. Dies können wir mit Geduld erreichen. Wenn wir durch Mangel an Geduld den Halt an uns selbst verlieren, dann kann das, was uns Angst macht, in uns eindringen. Doch der Schöpfer verheißt uns, dass im Warten Seine Stärke für uns ausreicht. Wir laufen keine Gefahr der Niederlage und haben keinen Grund zur Furcht. […]

Die Entwicklung von Geduld erfordert Gebet und das ständige Wachen über sich selbst, damit uns nicht ein unbedachtes zorniges Wort oder eine scharfe Entgegnung entschlüpft, die einen anderen zum Stolpern bringt. Der Schritt ist magisch, die Erkenntnis göttlich, wenn jede Handlung, jeder Gedanke, jedes Wort so sehr den Geist der Geduld in sich trägt, dass andere sich bemühen, unserem Beispiel zu folgen. […]

In den Versuchungen, denen wir Tag für Tag ausgesetzt sind, wird unsere Geduld geprüft. Wir beginnen zu wachsen, indem wir jedes neue Hindernis überwinden und hinter uns lassen. Unsere Geduld muss eine aktive, wachsende Kraft sein. Wir überwinden nur durch Geduld. Wir entwickeln uns, indem wir vorwärts drängen, indem wir spirituelle Energie anwenden, und so öffnen wir den Weg für Gott.

Wie können wir unser Leben vollkommener leben, sodass wir durch Geduld ein besseres Verständnis erwerben? Indem wir Tag für Tag das anwenden, was wir wissen und verstehen. Im Handeln kommt das Wissen und Verständnis für den nächsten Schritt. Wann sollten wir damit beginnen? Heute, denn „jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade“ lesen wir [vgl. 2. Korinther 6, 2]. […]

Tag für Tag, Schritt für Schritt sind wir auf dem Weg. Wenn wir glauben, dass unsere Geduld völlig erschöpft ist, dann haben wir die Geduld mit uns selbst verloren. Welch eine Hölle entsteht, wenn wir mit uns selbst ungeduldig werden! Wie sehr müssen wir uns beeilen, um uns selbst zu prüfen und notwendige Berichtigungen vorzunehmen. Die Einflüsse von innen sind stärker als die von außen; so steht unser höheres Selbst zu Hilfe bereit, wenn wir wirklich bestrebt sind, unsere Einstellung zu berichtigen. Welch eine Möglichkeit zum Wachstum und einer größeren Hinwendung zum Schöpfer! Wir wollen heute so leben, als ob der Weg vollendet, die Arbeit abgeschlossen wäre – so, als ob von den Bemühungen des Tages die Erfüllung all Seiner Verheißungen abhinge. Wenn wir den Meister, Christus, heute zum Essen erwarten würden, was hätten wir ihm anzubieten außer den Früchten unseres Lebens, unserer Gedanken, Taten oder Handlungen? […]

Die Geduld ist der wichtigste Eckpfeiler der seelischen Entwicklung. Darüber hinaus ist sie der Wächter, der vor dem Tor steht, das vom physischen Körper in die Seele führt. Mit ihr können wir nicht nur der Schwäche in uns selbst begegnen, sondern auch die Stärke ermessen, die wir in der Entwicklung der verschiedenen Eigenschaften der Seele finden – Liebe, Glaube und Zuversicht. Was wir sind, was wir waren und was wir sein wollen, zeigt sich mehr durch die Geduld, die wir üben, als durch irgendeine andere Tugend. Sie zeigt genau, wie wir die Prüfungen der Vergangenheit bestanden haben: wie wir ihnen begegneten und sie überwanden oder von ihnen besiegt untergingen. Geduld zeigt uns genau unsere Entwicklung: Ob wir bereit sind, mit anderen zu tragen und ihre Unzulänglichkeiten zu übersehen oder ob wir in unseren Gedanken so primitiv sind, dass wir glauben, unser Weg sei der einzige zum wahren Verständnis. […]

Indem wir besser verstehen, was es heißt, ein Kanal der Segnung für andere zu sein und uns die Gegenwart des Schöpfers bewusster machen, wird größere Geduld Platz in unserem Leben finden.

See in Schweden

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Autor: Cayceportal

Hallo, ich heiße Stefanie Piel und bin Diplom-Übersetzerin für Englisch und Französisch. Ich habe mich dem Werk Edgar Cayces verschrieben. Energiearbeit, Quantenphysik, Epigenetik und die Tatsache, dass wir mit allen und allem verbunden sind, begeistern mich immer wieder. Noch nie zuvor war ich so nahe an meinem wahren Ich dran wie jetzt. Ich möchte Edgar Cayce aus der esoterischen Ecke herausholen und sein Werk, basierend auf den neuesten Erkenntnissen, näher beleuchten.

4 Kommentare zu „Geduld – Zeugnis von Wachstum“

  1. Weißt du was? Diesen Text lese ich genau im richtigen Moment, denn gerade heute Abend war die Ungeduld auch (mal wieder) mein Begleiter. Ich danke dir, denn…kennst du das schöne Gefühl, wenn du innerlich durcheinander bist, dann einen schönen Text oder ein hilfreiches Zitat liest und dadurch augenblicklich daran erinnert wirst, dass all diese unruhigen Gedanken dich doch eigentlich gar nicht weiterbringen, und du merkst, wie du wieder ruhiger wirst und beginnst, das Wesentliche wieder zu sehen und die Balance wieder zu spüren? So ging es mir gerade eben, als ich deinen Beitrag las. Hach, das ist jetzt gerade total schön. Thanks!
    Meike

    PS: Ungeduld ist übrigens ein interessantes Thema. Ich bin ja wie gesagt auch so schrecklich ungeduldig mit mir selbst (das war ich schon als kleines Kind) und wie ich lese, kennst du das auch von dir. Hm…dann bin ich also nicht alleine. 🙂 Weißt du, manchmal erwische ich mich dabei, wie ich denke, hier in dieser Welt geht alles so schrecklich…langsam! Ich treffe eine Entscheidung und erst einmal scheint es, als würde nichts geschehen (obwohl das ja so nicht stimmt). Weil hier halt alles seine Zeit dauert. Es ist, als wenn…ich auf einer tieferen Ebene die Erinnerung an die Leichtigkeit und die Mühelosigkeit im Bezug auf das Treffen und Erfahren einer Entscheidung in Seins-Bereichen des Nichtmateriellen (also „woanders als hier auf dieser Erde“) in mir trage. (Hört sich das komisch an? Aber so fühlt es sich wirklich an.)

    1. Liebe Meike,

      wenn ich daran denke, dass ich eigentlich etwas anderes posten wollte und dann doch auf meine Intuition gehört habe 🙂 . Dein Kommentar hat mir beim Lesen richtig Kraft gegeben. Danke dafür! Oh ja, das Gefühl mit dem Lesen eines schönen Textes oder hilfreichen Zitats kenne ich so gut! Es hilft mir über so viele Klippen hinweg…

      Ach, die Ungeduld, nein, mit der bist Du nicht alleine und was Du da beschreibst, hört sich überhaupt nicht komisch an, sondern könnte glatt von mir sein 😉 . Diese Leichtigkeit, die erlebe ich manchmal in Träumen oder in der Meditation und dann will ich gar nicht mehr da raus. Ich versuche manchmal, diese Erlebnisse bzw. Erinnerung mit „hierher“ zu nehmen und das klappt oft auch und fühlt sich dann richtig gut an! Aber manchmal klappt es eben auch nicht… und dann brauche ich auch solche Texte, Zitate, Bilder.

      Ganz oft schafft das auch mein TaiChi-Lehrer. Beim TaiChi möchte ich zwar auch möglichst schnell möglichst weit kommen, weil es mich einfach unglaublich fasziniert. Aber das geht oft auf Kosten der Genauigkeit und der Tiefe. Und nur mit der Genauigkeit kommt man ja in die Tiefe und lernt, das Chi, die Lebensenergie, in sich zu spüren. Mein TaiChi-Lehrer kennt seine Pappenheimer 😉 und bremst allzu Voreilige wie mich dann mit ein paar gut gemeinten und treffenden Worten aus. So lerne ich auch im Unterricht, geduldiger zu werden und meine Gedanken zu sammeln – und nehme das mit in den Alltag. Es besteht Hoffnung für uns, Meike – bestimmt 😉

      LG von Stefanie

      1. Oh, du machst Tai Chi! Das ist ja spannend. Eine Bekannte von mir, sie ist Musikerin, sagte mal, dass Tai Chi ihr sehr hilft im Bezug auf die notwenige Konzentration zum Üben und vor Konzerten. Kannst du das nachvollziehen? Ich würde auch gerne mit Tai Chi anfangen, leider habe ich mich bisher wenig damit beschäftigt, aber irgendwie „fühlt“ sich das für mich stimmig an.

      2. Das kann ich total gut nachvollziehen, gerade bei einer Musikerin! Bei mir ist es mit den Übersetzungen ähnlich. Seit ich TaiChi mache, geht mir vieles leichter von der Hand. Diese langsamen, fließenden Bewegungen lösen innere Blockaden auf. TaiChi ist ja so ganzheitlich, Körper, Seele und Geist kommen in Harmonie. Ich bin immer noch ganz fasziniert, es gibt noch unendlich viel zu entdecken :)! Wenn Du Lust hast, kannst Du mal auf der Website meines Lehrers schauen: http://www.taichidortmund.de/taichichuan.php

        Ich habe vor fast zwei Jahren damit angefangen und erst Probestunden bei verschiedenen Schulen besucht, bevor ich dort gelandet bin. Auch die „Chemie“ zwischen Lehrer und Schüler sollte stimmen… und die meisten Schulen bieten kostenlose Schnupperstunden an, bestimmt auch in Flensburg.

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