Geld, Geld, Geld

Schon wieder habe ich einen Artikel von Kevin Todeschi übersetzt! Naja, zum einen, weil er sich bei der amerikanischen Cayce-Gesellschaft A.R.E. hauptberuflich mit Edgars Werk beschäftigt und umfassenden Zugang nicht nur zu den Readings, sondern auch zu sämtlichen anderen Unterlagen hat. Zum anderen, weil er es schafft, auch bei ganz unterschiedlichen Themen das Wesentliche auf den Punkt zu bringen.

Geld – das ist in unserer Gesellschaft ein vorherrschendes Thema. Die wirtschaftlichen Krisen scheinen sich immer weiter auszudehnen. Wir einfachen Bürger empören uns zu Recht über den unverantwortlichen Umgang der so genannten „Mächtigen“ mit unseren finanziellen Ressourcen. Dabei vergessen wir allerdings häufig, unser eigenes Verhalten dem Geld gegenüber einmal zu beleuchten.

Der Ansatz, den wir in Edgars Readings dazu finden, ist – wie immer – ganzheitlich. Geld ist kein Ziel – Geld ist ein Weg. Ein nützlicher Weg, ein Weg, der jedem einzelnen zusteht. Geld ist nicht schmutzig und Geld ist nicht schlecht und man ist auch nicht unbedingt ein schlechter Mensch, wenn man viel Geld hat. Aber – und hier kommt das große Aber – es liegt an uns persönlich, verantwortungsvoll mit dem umzugehen, was uns anvertraut wurde. Das ist der Sinn des folgenden Artikels, in dem es um die Grundhaltung dem Geld gegenüber geht.

Von Kevin J. Todeschi

Angesichts der Tatsache, dass Edgar Cayce in einer Zeit der weltweiten Unsicherheit lebte (Kriege, persönliches und wirtschaftliches Elend, die Weltwirtschaftskrise), scheint es nicht überraschend, dass sich fast 200 von Edgars Trance-Readings mit dem Thema persönliche Finanzen und wirtschaftliche Gesundung beschäftigen. Menschen jeglicher Herkunft und aus allen möglichen Berufen suchten ihn auf, um Antworten auf Fragen zu ihrer Gesundheit, ihren persönlichen Herausforderungen, ihrer familiären Situation, ihrem beruflichen Werdegang, ihrer Lebensausrichtung und ihren Finanzen zu erhalten. Die Informationen, die sie erhielten, sind auch heute noch hilfreich – sie werden von Menschen auf der ganzen Welt studiert – da Edgars Einsichten in jedes vorstellbare Thema und persönliches Problem auch heute noch praktisch anwendbar sind.

Möglicherweise überrascht es, dass es bei den Informationen über persönliche finanzielle Probleme in den Cayce-Akten um sehr viel mehr als um Geld geht. Materielle Gewinne können kein Selbstzweck sein. Stattdessen wird erklärt, dass jede wirtschaftliche Herausforderung, der ein Mensch sich gegenübersieht, untrennbar mit einer persönlichen Lektion oder der Gelegenheit verknüpft ist, spirituelle oder universelle Gesetze im täglichen Leben anzuwenden. In den Readings wurden finanzielle Probleme nicht als irgendeine Art der Strafe behandelt oder fälschlicherweise angenommen, dass die Erfahrung von Armut jemanden irgendwie spiritueller machen würde. Nein, es wird darauf hingewiesen, dass der Prozess der wirtschaftlichen Gesundung – richtig gesehen – eine wertvolle Erfahrung im persönlichen Wachstum darstellen kann.

Letztlich ist alles, was wir meinen zu besitzen, eine Leihgabe von Gott, mit der wir gut umgehen und helfen sollten, wo wir können. Der Grund, warum wir vielleicht Probleme mit unseren Finanzen haben, ist häufig, dass wir diese Vorgabe vergessen, ignorieren oder nicht kennen. Es ist jedoch nicht so, dass wir alles, was wir haben, hergeben sollen. Stattdessen sollen wir uns der Tatsache bewusst werden, dass persönlicher Erfolg am besten darin gemessen wird, wie wir ihn nutzen, um andere zu unterstützen. Was das Teilen von Geld angeht, so wurde in den Readings empfohlen, den zehnten Teil des Einkommens gemeinnützigen Zwecken oder Organisationen beziehungsweise bedürftigen Menschen zukommen zu lassen.

Ein anderes Problem, das manchmal zu finanziellem Mangel führt, ist Angst. Angst vor der Zukunft, Angst vor Geldproblemen oder Angst vor Situationen, die sich aus persönlichen Herausforderungen ergeben – wie zum Beispiel der Verlust des Arbeitsplatzes – sie alle können dem Fluss der universellen Fülle entgegenwirken. Wenn es um Angst ging, empfahl Edgar häufig, Vertrauen zu entwickeln und das Vorhandene zu nutzen, um weitere Gelegenheiten und finanzielle Unterstützung anzuziehen. Oft erinnerte er die Menschen an Grundlagen zur wirtschaftlichen Heilung aus der Bibel, wie z.B. an Matthäus, Kapitel 6, Verse 28-33. Diese Verse ermutigen nicht dazu, untätig herumzusitzen und nichts zu tun, sondern sind eine Aufforderung, sich zu vergewissern, dass der Blick in die richtige Richtung geht.

„Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen: sie mühen sich nicht, auch spinnen sie nicht. […] Wenn aber Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, [wird er das] nicht vielmehr euch [tun], ihr Kleingläubigen? So seid nun nicht besorgt, indem ihr sagt: Was sollen wir essen? Oder: Was sollen wir trinken? Oder: Was sollen wir anziehen? […] Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, und dies alles wird euch hinzugefügt werden.“

Es geht also um das Überwinden von Angst, ein tiefes Vertrauen, das Nutzen des Vorhandenen, das Ausüben des richtigen Umgangs mit Geld und die Abgabe eines Teils des Einkommens. Doch in den Readings finden wir noch eine Reihe anderer Empfehlungen zur Verbesserung unserer finanziellen Situation. Dazu gehört die Arbeit mit spirituellen Idealen, die Erkennung von Lektionen, welche die Seele benötigt (und aus denen sie versucht, zu lernen), das Leben unserer Seelenmission und der Dienst an anderen.

In den 1940ern begann eine Gruppe in New York mit verschiedenen Konzepten aus den Readings und den universellen Gesetzen zu arbeiten, die finanziellen Herausforderungen zu meistern, denen jeder von ihnen gegenüberstand. Einige Mitglieder der Gruppe erkannten sofort, dass ihre eigenen wirtschaftlichen Probleme nicht auf fehlendes Talent oder Potenzial zurückzuführen waren, sondern auf andere Faktoren. Aus diesem Grund beschloss die Gruppe, mit der Anwendung spiritueller Grundsätze in ihrem materiellen Leben zu beginnen, und gleichzeitig ihre eigenen mentalen Blockaden bezüglich der Probleme mit ihren eigenen Finanzen aufzuheben.

Die Gruppe begann ihre Arbeit hauptsächlich, um ihre wirtschaftliche Gesundung zu fördern, und nahm ein dreimonatiges Programm in Angriff, das sowohl Gebet, Meditation, die Arbeit mit spirituellen Grundsätzen, die Verbesserung ihrer Einstellung zum Geld und Beziehungen zu anderen Menschen umfasste, als auch das Teilen von Zeit und Geld. Obwohl die Gruppe klein war und nicht alle ihre Mitglieder das Programm beendeten, begannen diejenigen, die weitermachten, erstaunliche Ergebnisse zu sehen. Noch beeindruckender ist jedoch, dass die Übungen dieser Gruppe seitdem über viele Jahrzehnte hinweg von zahlreichen anderen Gruppen und Menschen übernommen wurden. So konnten viele Menschen die Gültigkeit dieses Materials bezeugen. Einige der Übungen waren Folgende:

– Tägliches Gebet und Meditation, nicht nur, um die eigene Einstimmung zu fördern und mit dem spirituellen Selbst in Berührung zu kommen, sondern auch, um jegliche Angst vor Mangel aufzuheben.

– Anhaltende Arbeit an persönlichen Beziehungen – daheim, in der Schule, auf der Arbeit – wo auch immer. Wir sollten Menschen nicht als persönliche Herausforderung sehen, mit der wir uns abfinden müssen. Stattdessen ermutigen uns die Readings, hinter all unseren Beziehungen dieses Ideal zu sehen: „Was kann ich von dieser Person lernen?“ oder „Was will mir diese Person über mich selbst beibringen?“

– Guter Umgang mit den Ressourcen, die uns anvertraut wurden. Dazu gehört auch, Rechnungen pünktlich zu bezahlen, nicht zu viel auszugeben oder sich allzu sehr gehen zu lassen, sich selbst die Freiheit nehmen, alles zu kaufen, was man benötigt (jedoch nicht unbedingt alles, was man will), und das Erübrigen von Geld und Zeit ohne die Erwartung, eine Gegenleistung zu erhalten.

– Schließlich ist es auch eine gute Idee, Tagebuch über den eigenen Fortschritt zu führen. Dieses Tagebuch kann enthalten: die Zeit für tägliches Gebet und Meditation, der Erfolg beim Begleichen der Schulden, das Aufzeichnen überraschend eintreffender wirtschaftlicher Unterstützung, persönliches Spenden, positive Erfahrungen bei der Verbesserung der Beziehungen, und so weiter.

Durch die Arbeit mit diesen Vorschlägen haben viele Menschen die Informationen aus den Readings als äußerst hilfreich erlebt. Sie haben erkannt, dass wir jede Erfahrung, die wir in unserem Leben machen, nutzen können, um all das zu werden, was uns bestimmt ist – und was wir so ganz eigentlich im tiefsten Innersten schon sind.

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Autor: Cayceportal

Hallo, ich heiße Stefanie Piel und bin Diplom-Übersetzerin für Englisch und Französisch. Ich habe mich dem Werk Edgar Cayces verschrieben. Energiearbeit, Quantenphysik, Epigenetik und die Tatsache, dass wir mit allen und allem verbunden sind, begeistern mich immer wieder. Noch nie zuvor war ich so nahe an meinem wahren Ich dran wie jetzt. Ich möchte Edgar Cayce aus der esoterischen Ecke herausholen und sein Werk, basierend auf den neuesten Erkenntnissen, näher beleuchten.

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