Unzufriedenheit – Schlüssel zu mehr Zufriedenheit?

Neulich meinte eine Bekannte: „Weißt du, ich finde Unzufriedenheit gar nicht schlimm, sie motiviert, etwas zu verändern.“

Ehrlich gesagt war ich ein bisschen schockiert. Zugegeben, ich selber handle nicht selten aus Unzufriedenheit heraus. Aber dieses Handeln basiert fast nie auf kühlem Überlegen oder gar auf der Intuition. Nur zu oft bringt es mir langfristig nicht das, was ich eigentlich will, weil ich erstens mehr oder weniger überstürzt handle (Hauptsache raus aus der Situation) und mir zweitens nicht klar genug mache, was ich denn nun wirklich will. Dadurch werde ich wieder unzufrieden – unzufrieden mit einer Situation, die ich selbst geschaffen habe. Und das Spiel beginnt von vorn …

Inzwischen bin ich überzeugt, dass wir umdenken müssen. Abgesehen davon, dass negative Gefühle nie zu positiven Ergebnissen führen, machen sie uns traurig. Und wer will das schon?

Aber was können wir nun tun, wenn wir unsere Situation, wie auch immer sie aussehen mag, ändern möchten? Wir sollten erstmal überlegen, was genau wir überhaupt wollen. Dann müssen wir erkennen, dass wahre Veränderung im Inneren geschieht, nicht außen. Das schreibt Eckhart Tolle in seinem Buch „Jetzt – Die Kraft der Gegenwart“. Dazu gehört zunächst, dass wir die Situation so annehmen, wie sie ist. Nicht hinnehmen, sondern annehmen! Eckhart Tolle nennt das Hingabe und erklärt im besagten Buch:

„Wenn dir deine Lebenssituation unbefriedigend oder sogar unerträglich erscheint, dann führt der Weg zur Auflösung der unbewussten Widerstandsmuster, die diese Situation aufrechterhalten, nur durch Hingabe. Hingabe ist absolut vereinbar damit, aktiv zu werden, Veränderungen anzugehen und Ziele zu erreichen. Doch im Zustand der Hingabe fließt eine völlig andere Energie, eine ganz andere Qualität in dein Tun. … Die Resultate werden dann ganz von selbst diese Qualität spiegeln.“

Auf die Frage, wo denn die Energie oder Motivation herkommen soll, wenn da nicht ein gewisses Maß an Unzufriedenheit ist, antwortet Eckhart Tolle:

„Im Zustand von Hingabe siehst du sehr klar, was zu tun ist, und du handelst, indem du … dich auf ein Ding nach dem anderen konzentrierst. Von der Natur kannst du das lernen: Schau, wie alles gelingt, wie das Wunder des Lebens seinen Gang ohne Unzufriedenheit oder Unglücklichsein geht.“

Was Eckhart Tolle Hingabe nennt, heißt bei Edgar Cayce Zufriedenheit. In Reading 699-1 erklärt er:

„Obwohl Stürme und Prüfungen für jede Seele nötig sind, wie wir es auch in der Natur sehen, offenbart sich Wachstum nur in Zufriedenheit. Nicht Zufriedenheit im Sinne der Zufriedenstellung; denn ein zufriedengestellter Geist oder eine zufriedengestellte Seele strebt nicht weiter. Doch nur in Zufriedenheit kann die Seele empfangen und geben. Im Geben wächst die Seele, wie ein Baum, ein Fels, ja, sogar ein Sonnenuntergang.“

Bestimmt fragen jetzt einige: Wo ist der Unterschied zwischen Zufriedenheit und Zufriedenstellung? Nun, das englische Original für „zufriedengestellt“ lautet „satisfied“, was man auch mit „gesättigt, befriedigt“ übersetzen kann. Wer gesättigt ist, strebt nicht weiter, verfolgt sein Ideal, seine Ziele nicht.

Doch ich bin abgeschweift. Wo waren wir? Ach ja, bei der Zufriedenheit. Als ich wieder mal unzufrieden und traurig war, stieß ich auf diese Aussage Edgar Cayces:

„In welcher Lage du dich auch befindest, werde zufrieden; nicht zufriedengestellt, sondern zufrieden, während du auf stets die Einheit des Geistes … mit der Entwicklung deiner universellen Kräfte hinarbeitest. Bekämpfe diese Lage nicht. Mach die Lage zu einem Sprungbrett für die Entwicklung, die nötig ist, um den Bedarf im Physischen, im Mentalen, im Finanziellen, zu erfüllen.“ (Reading 137-7)

Ich deute das so: Sei zutiefst dankbar für das, was du – jetzt – hast! Nutze – jetzt – das, was du hast, um Veränderungen zu bewirken. Und dann sei geduldig und ergreife die Gelegenheiten, die du selbst in dein Leben ziehst … Wäre das mal ein schönes Spielfeld für dieses Jahr?

Delfine

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Autor: Cayceportal

Hallo, ich heiße Stefanie Piel und bin Diplom-Übersetzerin für Englisch und Französisch. Ich habe mich dem Werk Edgar Cayces verschrieben. Energiearbeit, Quantenphysik, Epigenetik und die Tatsache, dass wir mit allen und allem verbunden sind, begeistern mich immer wieder. Noch nie zuvor war ich so nahe an meinem wahren Ich dran wie jetzt. Ich möchte Edgar Cayce aus der esoterischen Ecke herausholen und sein Werk, basierend auf den neuesten Erkenntnissen, näher beleuchten.

3 Kommentare zu „Unzufriedenheit – Schlüssel zu mehr Zufriedenheit?“

  1. Eckhart Tolle nennt das Hingabe und Edgar Cayce nennt das Zufriedenheit ich wäre da näher bei Edgar Cayce, den mit Hingabe habe ich so meine Mühe, denn ich weiss nicht was das ist. Hingabe ist eine weibliche Eigenschaft, die uns Männer oft etwas fremd ist. Ich persönlich brauche in solch ein Situation, wo ich wahrnehmbar Unzufrieden bin, einen Wechsel meines Blickwinkel. Erst wenn ich erkenne, dass ich Unzufrieden bin, erst dann kann ich meinen Blickwinkel „meine Einstellung,“ zu der Situation ändern und näher an die Zufriedenheit kommen. Zufriedenheit kommt selten aus dem Nichts – meistens muss man sie sich erarbeiten.
    Liebe Grüsse zentao

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