Alles nur Science-Fiction?

von Kevin J. Todeschi

„Was sind die Sonnenflecken? Eine natürliche Folge des Aufruhrs, den die Kinder Gottes auf Erden auf diese reflektieren.“ (aus Reading 5757-1)

Die alttestamentarische Frage „Bin ich meines Bruders Hüter?“ beantwortet Edgar in den Readings mit einem ganz klaren „Ja!“. Gemäß den Readings sind wir füreinander verantwortlich. Dieser Verantwortung sind sich Menschen weltweit bewusst. Sie unterstützen in Not geratene Mitmenschen und fühlen sich von menschlichem Leid betroffen.

Betrachtet man Edgars Aussagen über den Dienst an anderen und die Bedeutung, anderen die Hand zu reichen, ob sie nun „eine Tür weiter“ oder „auf der anderen Seite der Welt“ leben, überrascht es vielleicht nicht, dass viele Menschen das Bedürfnis verspüren, etwas zu tun. Was jedoch überraschen mag: In den Readings wird auf persönliche Verantwortung hingewiesen, die lange vor den Nachwirkungen einer Tragödie beginnt.

1935 fragte ein 29-jähriger Mann Edgar über die Möglichkeit umwälzender Erdveränderungen. In dem Reading nannte Edgar kein genaues Datum und auch kein mögliches Szenario, sondern verband mögliche Katastrophen mit den Handlungen, Gedanken und Taten der Menschheit. Da heißt es: „Die Veranlagung in den Herzen und Seelen der Menschen ist so, dass diese [Katastrophen/Umwälzungen] möglicherweise herbeigeführt werden. Denn … der Mensch schafft – durch seine Einhaltung des göttlichen Gesetzes – Ordnung aus dem Chaos … durch seine Nichtbeachtung … bringt er Chaos und zerstörerische Kräfte in seine Erfahrung.“ (Reading 416-7)

In einem anderen Reading (Nr. 5757-1) machte Edgar die erstaunliche Bemerkung, dass das Phänomen der „Sonnenflecke“ untrennbar mit der Instabilität und den Unruhen auf dem Planeten Erde selbst verknüpft ist. Wir lesen, dass Sonnenflecken als natürliche Folge von Krieg, Aufruhr und Unruhen unter den Menschen auftreten. Anders gesagt: die Instabilität unter den Menschen führt zu einer Instabilität auf dem Planeten und im Universum!

In Reading 2408-1 erklärt Edgar, dass für alle Menschen alles, was sich nicht im Einklang mit den spirituellen und göttlichen Gesetzen befindet, auf irgendeine Weise eine Auswirkung auf „die Himmel“ selbst hat. Da heißt es: „Fehler und Versagen, Sünde und Kummer, sind eine Nebenerscheinung der Nichtbefolgung des göttlichen Gesetzes und beeinflussen die Himmel in den Erfahrungen individueller Seelen!“

Ist das Science Fiction? Oder stimmt es mit den Gesetzen der Physik überein? Lautet nicht das dritte newtonsche Bewegungsgesetz (das so genannte Wechselwirkungsprinzip): „Zu einer Kraft gibt es immer eine gleichgroße Gegenkraft, die in die entgegengesetzte Richtung wirkt“? Was, wenn wir alle zusammen nur ein kleines bisschen verantwortlich sind für die ursprüngliche „Kraft“ hinter allen Arten „natürlicher“ Katastrophen?

Was, wenn wir die Fähigkeit hätten, die Welt und die Menschen um uns herum auf eine Weise zu beeinflussen, die wir nur zu oft übersehen? Schließlich erklärte Edgar, dass das höchste Ziel für jeden von uns darin besteht, den (göttlichen) Geist auf die Erde zu bringen. Was, wenn wir dadurch, dass wir nicht mit dem Geist zusammenarbeiten, eine „Unterlassungssünde“ begehen – indem wir unsere Verantwortung außer acht lassen?

Lassen wir uns von unserer Verantwortung nicht einschüchtern. Wir haben Einfluss auf das Ganze. Wie können wir unserer Welt am besten dienen? Indem wir uns selbst ändern und, wie Edgar in Reading 270-33 riet, indem wir anfangen, täglich zu beten und zu meditieren. Und indem wir die „Früchte des Geistes anwenden: Liebe, Freundlichkeit, Langmut, Geduld …“ (Reading 849-11).

Ist das Science Fiction? Oder steht es im Einklang mit dem universellen Gesetz des Einsseins und der Vernetzung aller Dinge, also auch der Tiere und Pflanzen? So oder so: Wir müssen letztendlich verstehen, dass wir auf eine Art und Weise verantwortlich sind, die wir uns bisher nicht vorstellen wollten.

Kevin Todeschi ist Autor zahlreicher Bücher über Edgar Cayces Werk und Direktor der amerikanischen Cayce-Gesellschaft A.R.E. Vielen Dank, Kevin, dass ich diesen Artikel übersetzen durfte!

Auf Englisch könnt Ihr diesen Artikel hier lesen.

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Autor: Cayceportal

Hallo, ich heiße Stefanie Piel und bin Diplom-Übersetzerin für Englisch und Französisch. Ich habe mich dem Werk Edgar Cayces verschrieben. Energiearbeit, Quantenphysik, Epigenetik und die Tatsache, dass wir mit allen und allem verbunden sind, begeistern mich immer wieder. Noch nie zuvor war ich so nahe an meinem wahren Ich dran wie jetzt. Ich möchte Edgar Cayce aus der esoterischen Ecke herausholen und sein Werk, basierend auf den neuesten Erkenntnissen, näher beleuchten.

7 Kommentare zu „Alles nur Science-Fiction?“

  1. Das mit den Sonnenflecken halte ich für Unfug. Die treten in einem Zyklus von 11 Jahren vermehrt auf und kümmern sich dabei nicht um das, was gerade auf der Erde abläuft. Ihr Auftreten hängt mit dem Magnetfeld der Sonne zusammen, welches sich im selben Zyklus verändert. Es handelt sich um vergleichsweise kalte Regionen auf der Sonnenoberfläche.

  2. Liebe Frau Piel,

    hmm, etwas skeptisch sehe ich diese These aus einem ganz besonderen Grund: wenn es sich tatsächlich so verhielte, dass von außen auftretende Unglücke wie Erdbeben, Tsunamis etc. aufgrund menschlichen Fehlverhaltens entstehen, dann wäre das Leben auf der Erde prinzipiell ungerecht – was es vielleicht auch ist.

    Denn diese äußerlichen Unglücke wie es beispielsweise ein Tsunami ist, treffen ja ausnahmslos viele Personen, Kinder, Mütter, Väter … unbesehen von ihrem Lebenslauf. Und was können zum Beispiel Babies und Kleinkinder, die bei einem Erdbeben sterben, schon in ihrem Leben Großes verbrochen haben?

    Es würde sich mit dieser These also so verhalten, dass aufgrund der „Sünden“ Fremder Unschuldige büßen müssen. Wenn man also den Schluss ziehen will, dass das eigene Fehl-Verhalten (was ja wiederum Gründe hat, die nicht nur in einem selbst liegen) dazu beiträgt, Unschuldige oder anders Betroffene ins Unglück zu stürzen, dann liegt darin eine Ungerechtigkeit.

    Doch selbst wenn man der Ansicht zustimmen würde (was ich nicht tue), dass diejenigen, die äußerliches Leid erfahren, auch vorangegangen anderen Leid zugefügt haben, wäre es immer noch ungerecht: denn wenn ich in einer konkreten Situation verstehe, weshalb gerade diese Person einen anderen Menschen leiden lässt, dann hätte ich wiederum kein Gefühl der Rache mehr, und dann bräuchte es in dem Moment keine äußerliche „Revanche“ in Form von schlimmen Naturkatastrophen.

    Dann gäbe es Milde und Verzeihung.

    Deshalb sind mir diese Aussagen in den Readings von Edgar Cayce etwas fremd, da mir die Milde und die Vergebung darin abgeht. Und: Was in aller Welt würden wir daraus lernen, wenn das stimmen würde? Im Grunde lernt der Mensch ja weder durch Hass und Rache, sondern im Gegenteil durch etwas, was man Liebe nennen könnte.

    Mit geht also in diesen Reading-Aussagen von Edgar Cayce im Wesentlichen das Prinzip der Liebe ab.

    Herzliche Grüße
    schickt Ihnen
    Betina Graf-Deveci

    1. Liebe Frau Graf-Deveci,

      da haben Sie viele Aspekte angesprochen, die alle schwer zu handhaben sind und ich weiß nicht, ob ich sie für Sie zufrieden stellend beantworten kann. Deshalb mal meine Sicht der Dinge.

      1. Es geht ja nicht darum, dass irgendeiner was „verbrochen“ hat. Das ist so ein Urteil, hat etwas Abwertendes. Aber wenn wir daran glauben, dass alles miteinander verbunden ist – was alle spirituellen Lehrer gleich welcher Glaubensrichtung über Jahrtausende gelehrt haben – dann beeinflusst alles, was geschieht, tatsächlich alles, was geschieht. Ursache und Wirkung. Das ist weder gerecht noch ungerecht, sondern zutiefst neutral. Erst wir machen mit unserem Verstand eine Wertung, ein Urteil daraus.

      2. Mütter, Väter, Kleinkinder, Babys – ja, scheinbar ungerecht, dass es diese betrifft. Aber nur von unserem irdischen, menschlichen Standpunkt aus, und zwar, wenn wir glauben, dass mit dem Tod „alles vorbei ist“. Der Tod aber ist nur ein „Durchgang durch Gottes andere Tür“, wie es irgendwo bei Cayce so schön steht. Und das Leid? In den Readings ist oft von Reinkarnation die Rede und davon, dass die Seele selbst entscheidet, in welche Lebensumstände sie hineingeboren wird. Leider ist die „Stimme der Seele“ nicht laut genug, um unseren Verstand zu übertönen. Um an die Seele zu kommen, müssen wir den Verstand ausschalten. Und: Wollen wir tatsächlich behaupten, wir hätten den großen Überblick?

      3. „Gefühl der Rache“: Mal ehrlich, würde Sie sowas glücklich machen? Wofür brauchen wir ein Gefühl der Rache? Wozu Revanche?

      4. Hier greife ich Punkt 1 wieder auf: Ursache und Wirkung. Sie haben nichts mit Hass, Rache, Milde, Verzeihung und Vergebung zu tun, sondern sind neutral.

      5. Liebe. Darunter versteht doch jeder etwas anderes. Mit dem Verstand kann man göttliche Liebe (wie auch immer man diese höchste Macht nennt) nicht begreifen. Und wir können die Liebe des Höchsten nicht mit unseren menschlichen Begrifflichkeiten ausdrücken.

      6. Cayce ist mit den Buddhisten ganz konform: Wir schaffen unser Leiden selbst und nur wir können es auch wieder abstellen. Ob in einem oder in mehreren Leben, bleibt ganz uns überlassen. Nur eins weiß ich (für mich) ganz sicher: Alles, was geschieht, wirklich alles, hat einen Grund und einen Sinn. Nur: Verstandesgemäß ist das nicht immer zu begreifen. Aber der Verstand ist ja nicht alles …

      Eine kleine Anregung: Stellen Sie sich einfach mal vor, jeder einzelne Mensch auf diesem Planeten (auch die Kinder) würde Cayces Rat anwenden: Das göttliche Gesetz einhalten, täglich beten und meditieren und die Früchte des Geistes anwenden: Liebe (was wir darunter verstehen), Freundlichkeit, Langmut, Geduld … und dann stellen Sie sich vor, dass alle und alles miteinander verbunden ist …

      Viele Grüße von
      Stefanie Piel

  3. Das ist mal wieder ein sehr kraftvoller Artikel! Wir sind keine Opfer, sondern es liegt an uns selbst unsere Verantwortung als Schöpfer unserer Wirklichkeit zu übernehmen. Danke für’s übersetzen und veröffentlichen!

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