Heilmittel zum Leben

„Eure Lebensmittel sollen Heilmittel und eure Heilmittel Lebensmittel sein,“ schrieb schon der Arzt Paracelsus (1493-1541). Und noch einige Jahrhunderte früher erklärte Hildegard von Bingen (1098-1179): „Deine Lebensmittel sind deine Heilmittel zum Leben.“

Angesichts der vielen Zivilisationskrankheiten, wie zum Beispiel die zahlreichen Allergien, aber auch Gelenkkrankheiten und Gicht, scheint diese Weisheit vielerorts in Vergessenheit geraten zu sein. Die Nahrungsmittel, die wir zu uns nehmen, sind stark verarbeitet, mit hochgiftigen Substanzen gespritzt und gedüngt. Und was chemische und schädliche Nahrungsmittelzusätze in unserem Körper anrichten, ist uns oft gar nicht bewusst. Der Genuss und/oder der Preis scheint immer wichtiger zu sein als unser Wohlbefinden. Aber meiner Ansicht nach ist der Preis dafür zu hoch und der angebliche Genuss zu teuer erkauft.

Gleichzeitig verbannen wir kostbare „Wildpflanzen“ aus unseren Gärten, weil sie nicht unseren Vorstellungen davon entsprechen, was im Garten zu wachsen hat. Was für eine Verschwendung! Die Natur schenkt uns supergesunde Lebensmittel frei Haus und direkt vor die Tür und wir sagen „Nein, danke“!

Vitaminbomben

Keimtötend: Die Knoblauchsrauke
Keimtötend: Die Knoblauchsrauke

In dem Buch „Feld- Wald- und Wiesen-Kochbuch“ von Eva Marie Helm ist zu lesen: „Wildpflanzen schmecken genauso gut und auch so unterschiedlich wie unsere Kulturgemüse. Dabei haben sie den Vorteil, dass man sie überall finden kann. Sogar in der Stadt. Die meisten Wildgemüse sind würziger, wasserärmer, eiweissreicher und daher nahrhafter als viele Kulturpflanzen. Sie sind geradezu Vitamin- und Mineralienbomben. Bei gesunden, gut gewachsenen Wildpflanzen weiss man, dass sie ohne künstliche Anreicherung die richtigen Lebensbedingungen gefunden haben und die Unausrottbarkeit beweist, wie lebenskräftig sie sind.“
Wie zum Beispiel die Knoblauchsrauke. Sie ist fantastisch als Würze in Salaten und Gemüsegerichten, wirkt keimtötend und entzündungshemmend.

Der Überlebenskünstler

Junger Giersch, ganz zart
Junger Giersch, ganz zart

Lebenskräftig – das ist auch der Giersch. Ihn aus dem Garten zu verbannen ist mühsam und schwierig. Er ist ein hartnäckiger Überlebenskünstler, der sich nicht nur über die Samen ausbreitet, sondern auch über seine unterirdischen Kriechtriebe. Ähnlich wie dem mittelgroßen Sternchen rückt man ihm daher schon zu Leibe, sobald er seine ersten zarten Triebe aus dem Boden streckt. Dabei gibt es ein einfaches Mittel, ihn in Schach zu halten: Essen! Alle oberirdischen Teile sind essbar und er enthält zahlreiche Mineralien wie z.B. Kalium, Magnesium, Kalzium, Mangan uvm. Er wirkt entgiftend und entzündungshemmend und schmeckt ein wenig wie Möhre und Petersilie zusammen. Superlecker als Salat mit anderen Wildpflanzen, als Gewürzzutat oder in Kräutersalz.

Giersch wurde im Mittelalter in Klöstern als Heilpflanze angebaut und bevorzugt bei Gicht eingesetzt. Daher auch der Name Podagrakraut (Podagra=Gicht). Weil seine Blüten ein wenig denen des Holunders ähneln, wird er auch Erdholler genannt. Wie man Giersch erkennt und was man damit alles machen kann, könnt Ihr übrigens im Blog Wildpflanzenliebe nachlesen.

Der Baum der Frau Holle

Apropos Holunder: Der Holunderstrauch wächst auch in unseren Gärten, vor allem aber wild an Feld-, Wald- und Wiesenrändern. Es heißt, Holunder suche die Nähe der Menschen. Ein Holunderstrauch neben dem Haus gilt als Schutz vor Unheil, als „Tor zur Anderwelt“ und als willkommene Hausapotheke. Zweimal im Jahr dürfen wir uns an ihm erfreuen: Im Frühjahr schenkt er uns die intensiv süß duftenden Blüten, im Herbst – sofern wir ihm nicht alle Blüten weggenommen haben – dann die schwarzen Beeren.

Ich bin in diesen Tagen bei schönem Wetter auf Blütenfang und lege mir meinen Jahresvorrat an. Likör habe ich schon angesetzt, auch der Sirup ist fertig, die Blüten für den Tee trocknen munter vor sich hin, und ab und zu gibt es auch Holunderblütenpfannkuchen – mjam!

Die Hausapotheke

Natürliches Antibiotikum
Natürliches Antibiotikum

Aber Holunderbeeren und -blüten schmecken nicht nur gut, sondern sind auch äußerst heilkräftig. Sie stärken das Immunsystem und enthalten Wirkstoffe (darunter Sambunigrin), die Viren bekämpfen, unter anderem den gefürchteten Herpesvirus und Gürtelrose. Die Blüten werden unter anderem bei Fieber, Erkältungen und trockenem Reizhusten verwendet.

Und um Edgar Cayce zum Schluss noch das Wort zu geben: Er empfahl die Holunderblüte vor allem zur Blutreinigung, zur Unterstützung der Ausscheidungsorgane und bei Nierenschwäche, sowie, zusammen mit Tolubalsam, bei unregelmäßiger Menstruation (Readings 4477-1, 4676-1, 457-3).

Also ab in die Natur und sammeln – und denkt daran, unseren fleißigen Bestäubern genug übrigzulassen …

Nächste Woche schreibe ich über das heikle Thema Vegetarier, Veganer und Wertschätzung der Pflanzenwelt. Ich freue mich auf Euch!

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Autor: Cayceportal

Hallo, ich heiße Stefanie Piel und bin Diplom-Übersetzerin für Englisch und Französisch. Ich habe mich dem Werk Edgar Cayces verschrieben. Energiearbeit, Quantenphysik, Epigenetik und die Tatsache, dass wir mit allen und allem verbunden sind, begeistern mich immer wieder. Noch nie zuvor war ich so nahe an meinem wahren Ich dran wie jetzt. Ich möchte Edgar Cayce aus der esoterischen Ecke herausholen und sein Werk, basierend auf den neuesten Erkenntnissen, näher beleuchten.

6 Kommentare zu „Heilmittel zum Leben“

  1. Danke für den Artikel, liebe Stefanie. Bei facebook gibt es Kräutergruppen und das Wissen von einigen ist gigantisch. 😉 Mir liegt seit gestern das Buch „Baumheilkunde“ von Renato Stratmann vor und ich habe mal quer gelesen. Er stellt 42 heimische Bäume und Sträucher vor und längst vergessene Heilmittel der Pflanzenteile. Wer käme schon darauf, Ahornblätter zu kneten und sich in die Socken zu legen, damit die schweren, brennenden Füsse sich erholen können. Auch die esoterische bzw. die schamanische Anwendung wird erwähnt.

    Liebe Grüsse
    Ursula

    1. Gern geschehen, Ursula! Ja, in zwei Kräutergruppen, die Du empfohlen hast, bin ich jetzt drin – der Tipp war super! Das Buch von Renato ist bestimmt ganz hervorragend mit all seiner Erfahrung. Es ist auf meiner „To-Read-Liste“ – Bücher, die ich lesen will, wenn ich ganz viel Zeit habe … 😉
      Das Thema Pflanzen ist ja unerschöpflich und unendlich spannend.
      Liebe Grüße auch Dir!
      Stefanie

  2. Toller Artikel! Ein Hoch auf die Wildpflanzen! Heißt es nicht, dass durch die Natur Gott mit uns spricht? Leider hört ja kaum ein Mensch zu. Wie gut, dass Gott so dermaßen hartnäckig ist … hihi …

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