(Un)heilige Gedanken

Am Samstag nach dem Viertelfinale an der Kasse im Drogeriemarkt:

Ich: „Na, Deutschland hat also gewonnen?“
Kassiererin: „Ja, aber es war ganz schön heftig. Das Tor fiel in der 13. Minute und dann haben wir eigentlich nur noch darum gekämpft, dass die kein Tor schießen.“

©Zach Dischner, Spring has Sprung. Some rights reserved. http://www.piqs.de
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Ich muss grinsen. „Wir“ haben gekämpft, aha. „Wir“ spielen, „wir“ siegen, „wir“ sind Weltmeister. Dabei sitzen „wir“, d.h. die Mehrzahl, nur rum und gucken zu, wie andere sich die Lunge aus dem Leib rennen – bildlich gesprochen.

Mein Ding ist das nicht. Und ich finde, dass es seit Ende des zweiten Weltkriegs nur ein einziges wirklich wichtiges Fußballspiel für Deutschland gab: das Endspiel 1954 in Bern. Jenseits aller Legenden hat dieser Titelgewinn vor Beginn des Wirtschaftswunders in der BRD dazu beigetragen, dass man als Deutscher wieder auf etwas stolz sein konnte und das Gefühl hatte, nicht mehr ganz so sehr geächtet zu sein. Es hat vielen Deutschen Selbstwertgefühl gegeben.

Und heute? Mir scheint es, als ob für die Mehrzahl der Menschen (nicht nur in Deutschland) Brot und Spiele genug sind. Was in Brasilien am Rande der WM geschieht, interessiert den Fußballfan nicht. Was kümmern uns schließlich die Menschen am anderen Ende der Welt? Wir haben einen relativen Wohlstand und solange es (halbwegs) genug zu essen und die Sportschau gibt, sind wir (halbwegs) zufrieden. Wir fordern Sozialleistungen vom Staat (die uns ja schließlich „zustehen“, nicht wahr) und vergessen nur zu gerne, dass der „Staat“ unsere Steuergelder auch für unsere Sozialleistungen nutzt. Wir ärgern uns über äußere Dinge und vergessen, dass wir in uns selbst beginnen müssen, wenn wir Veränderungen sehen wollen.

Ich frage mich wirklich, wieviele Menschen eigentlich so unbewusst vor sich her leben und letztlich doch sehr unzufrieden mit ihrem Leben sind? Klar ist es leichter, andere für sich denken zu lassen. Klar ist es einfach, andere dafür verantwortlich zu machen, wenn etwas nicht so läuft, wie man es gerne hätte. Aber stellt das zufrieden?

All diese – zugegebenermaßen trüben – Gedanken gehen mir seit einigen Tagen durch den Kopf. Ich bin in einer Stimmung, in der nichts zu gelingen scheint, in der alles entsetzlich langsam voran kommt. In dieser Stimmung muss ich mich immer wieder auf ermutigende Worte von Edgar Cayce stützen, die mich aufrichten. Angesichts von allem, was zurzeit so los ist und in meiner Traurigkeit darüber, dass viele Menschen scheinbar nicht sehen, nicht begreifen wollen (ich vielleicht auch nicht?), habe ich mir wieder ein Reading herausgesucht, das Edgar kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkriegs gegeben hat. Und mir wird klar: Ich sehe nur den Augenblick – Gott hat schon den Ausgang gesehen. Macht das nicht Mut?

„Wie die Menschen jeder Nation beten UND gemäß diesem Gebet leben, muss der Geist [des Schöpfers] wirken.

Dies gilt für jeden von euch: GEBT GOTT EINE CHANCE, euch zu zeigen, welche großartigen Segnungen Er jenen schenkt, die Ihn lieben. Das bedeutet nicht, dass ihr oder irgendjemand Verfolgungen irgendwo oder in irgendeiner Form stillschweigend gutheißen soll. Doch wisset, Sein Gesetz versagt nie: „Wie ihr sät, so werdet ihr ernten.”

Der Mensch kann nur in sich selbst beginnen. Und wenn er in seinem täglichen Leben sein Wissen, sein Verständnis von Gott anwendet, so wird ihm der nächste Schritt gegeben.

Der Mensch sieht nur den Augenblick. Wenn der Mensch seine Absicht im Herzen bewahrt, hat Gott schon den Ausgang gesehen.

Ihr fragt „Was kann ich tun?”
Befreit euer tägliches Leben von Kritik, Verurteilung, Hass, Neid. Und wenn ihr dem Geist des Friedens Raum gebt, kann sich der Fürst des Friedens, die Liebe Gottes, offenbaren.“
(Reading 3976-23)

Welch ein Ideal! Welch eine Aufgabe! Also los, Stefanie, raff dich auf und tu etwas!

©Stefanie Piel 2013
©Stefanie Piel 2013
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Autor: Cayceportal

Hallo, ich heiße Stefanie Piel und bin Diplom-Übersetzerin für Englisch und Französisch. Ich habe mich dem Werk Edgar Cayces verschrieben. Energiearbeit, Quantenphysik, Epigenetik und die Tatsache, dass wir mit allen und allem verbunden sind, begeistern mich immer wieder. Noch nie zuvor war ich so nahe an meinem wahren Ich dran wie jetzt. Ich möchte Edgar Cayce aus der esoterischen Ecke herausholen und sein Werk, basierend auf den neuesten Erkenntnissen, näher beleuchten.

2 Kommentare zu „(Un)heilige Gedanken“

  1. Liebe Stefanie

    natürlich ziehen uns die Ereignisse energetisch herunter. Da ist ein Ausgleich, eine Atempause wie die WM erholsam. Es ist ein Spiel und nach Gottes Botschaft ist die ganze Materie nur eine Vorstellung unseres Egos. Wir spielen Rollen und wir spielen sie sehr gut.

    Gerade heute Morgen habe ich privat zu dem Thema was geschrieben;
    So schlimm auch alles ist, wir können die Dinge nicht ändern. Das Böse muss erst sichtbar gemacht werden, damit es auch bei dem grössten Träumer ankommt. Erst dann kann Bewusstwerdung einsetzen. Es gibt viele Dinge, die wir nicht wollten. Ich denke da an die idiotischen Glühbirnen und Fracking – und trotzdem gibt es Idioten, die das durchsetzen. Warum? Damit auch der grösste Idealist sieht, was Gier veranstaltet.

    Morgen ist Vollmond, der in Spannung steht zu Mars und Uranus. Das kann die Krisenstimmung anheizen und zu unbedachten Aktionen führen. Vorsicht im Strassenverkehr und bei riskanten Tätigkeiten.

    Liebe Grüsse
    Ursula

    1. Liebe Ursula,

      vielen Dank für Deine Worte. Natürlich geht es im Leben immer auf und ab und ich gehe stark davon aus, dass diesmal auch der Vollmond ein Stück weit damit zu tun hat. Aber man sollte doch meinen, dass vieles, was wir als böse empfinden, schon sehr sichtbar ist und viele Menschen sich trotzdem nicht dran stören. Muss es wirklich erst zum Schlimmsten kommen?

      Ich glaube, dass der einzige Ausweg tatsächlich in uns selbst liegt. Dass wir uns immer wieder aufraffen sollten, das, was uns zur Verfügung steht, zu nutzen. Dass wir selber wirklich bewusster werden, damit mehr Bewusstwerdung in diese Welt kommt. Veränderungen beginnen im kleinen.

      Morgen streiche ich mein Arbeitszimmer – da ist der Tipp sehr gut! Werde mich vorsehen …

      Von Herzen viele Grüße von
      Stefanie

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