Das Jahr fängt ja gut an!

Das ungefähr waren meine ersten Gedanken, als ich am Mittwoch vom Anschlag in Paris las. Am Donnerstag dann vor dem TaiChi-Unterricht die Diskussion im kleinen Kreis: Wie sehr darf man Menschen, Weltanschauungen usw. beleidigen? Sind Karikaturen überhaupt Beleidigungen? Dabei habe ich wieder einmal festgestellt, wie gefühlsbehaftet solche Themen doch sind.

Ist eine Karikatur eine Beleidigung?

© tcsaba - Fotolia.com
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War der Anschlag eine Art Selbstjustiz, ein Angriff auf die freie Meinungsäußerung? Und wenn ja, wohin steuert die von Politik und Wirtschaft unabhängige freie Presse (sofern es sie denn noch gibt), wenn sie auf jede Gruppierung, die sich von ihr angegriffen fühlt, Rücksicht nimmt? Muss ein Künstler seine Kreativität beschränken, weil es Menschen und Gruppen gibt, die nicht damit umgehen können, dass er Schwächen und Absurditäten überspitzt darstellt?

Wie weit darf ein Künstler gehen?

Ich sage: So weit, wie es nach Meinung des Karikaturisten/Satirikers nötig ist. Ich empfinde eine Karikatur/Satire nicht als Beleidigung. Und sie ist auch kein Mobbing. Ein Karikaturist zeichnet nicht und ein Satiriker schreibt nicht in der erklärten Absicht, jemandem Schaden zuzufügen.

Der Karikaturist Rolf Henn erklärte gestern: „Wir leben in einer aufgeklärten, modernen Gesellschaft, in der jeder seine Meinung frei äußern darf. Und Satire ist eines der wirksamsten Mittel, um auf Missstände hinzudeuten.“

Das gilt auch für die schriftliche Satire. Und da fällt mir spontan einer meiner Lieblingsautoren ein: Erich Kästner, von dem Marcel Reich-Ranicki sagte: „Erich Kästner war ein wehmütiger Satiriker und ein augenzwinkernder Skeptiker. Er war Deutschlands hoffnungsvollster Pessimist und der deutschen Literatur positivster Negationsrat.“

Erich Kästner? Der Autor von „Emil und die Detektive“? Oh ja. Erich Kästner, auch er ein Zeitgenossen von Edgar Cayce, schrieb scharfzüngige Prosa und Poesie. In den zwanziger Jahren war sein Leitspruch: „Die Zeit ist schwarz. Ich mach euch nichts weis.“ Auch er war oft unter Beschuss. Das „Abendlied des Kammervirtuosen“ (Du meine neunte Sinfonie) im Beethovenjahr 1927 kostete ihn seinen Job in einer Zeitungsredaktion. 1933 wurden seine Bücher als „zersetzend“ verbrannt. Und noch weit nach 1945 war er äußerst umstritten; weil er die Missstände unverblümt beim Namen nannte. In seinem Buch „Ein Mann gibt Auskunft“ schreibt er:

„Ich setze mich sehr gerne zwischen Stühle.
Ich säge an dem Ast, auf dem wir sitzen.
Ich gehe durch die Gärten der Gefühle,
die tot sind, und bepflanze sie mit Witzen.“

Was lernen wir aus all dem?

Lasst uns wachsam sein. Lasst uns den Mut finden, auch die Überreaktionen der Politiker auf diesen jüngsten Anschlag zu karikieren. Denn die stehen schon wieder in den Startlöchern und schreien nach noch mehr Kontrolle über uns. Mehr Kontrolle bedeutet aber auch: Weniger Freiheit, auf Missstände hinzuweisen. Terror ist nicht immer so offensichtlich wie in Paris. Er kann viel subtiler sein. Und er begegnet uns Tag für Tag.

Aber lassen wir uns nicht beirren. Bleiben wir positiv. Auch dies sind die Geburtswehen einer neuen Zeit. Sie gehören dazu. Verzweifeln wir also nicht.

„Lass dein Licht so leuchten, dass andere, die dein Licht, dein Leben sehen, Hoffnung schöpfen. Sei geduldig, sei ausdauernd, sei beharrlich in dem, was du tust, mit dem, was du sagst.“ (Edgar Cayce in Reading 272-9)

© ginae014 - Fotolia.com
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Autor: Cayceportal

Hallo, ich heiße Stefanie Piel und bin Diplom-Übersetzerin für Englisch und Französisch. Ich habe mich dem Werk Edgar Cayces verschrieben. Energiearbeit, Quantenphysik, Epigenetik und die Tatsache, dass wir mit allen und allem verbunden sind, begeistern mich immer wieder. Noch nie zuvor war ich so nahe an meinem wahren Ich dran wie jetzt. Ich möchte Edgar Cayce aus der esoterischen Ecke herausholen und sein Werk, basierend auf den neuesten Erkenntnissen, näher beleuchten.

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