Adler im Reich Gottes

Von P. Josef Kentenich (1885-1968)

Das sind die Adler im Reiche Gottes: Die möchten immer zur Sonne. Das ist deren Lieblingsbeschäftigung, in allen Situationen des Lebens zu beten. Doppelt, wenn sie von der Berufspflicht innerlich befreit sind, sofort – wie andere hinlaufen zu ihrer Lieblingsbeschäftigung – gehen diese Menschen immer hin zur Sonne, zum Liebesverkehr mit dem Ewigen, mit dem Unendlichen.

Der wahre Meister des Gebetes

© styleuneed - Fotolia.com
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Er kann immer beten, ohne müde zu werden.

Er weiß immer die Flügel der Seele emporzuheben zu Gott.

Er ist in Gott.

Es genügt ein Hinfliegen des Inneren, das Bewusstsein des Beieinanderseins.

Wer betet, der lebt in einer anderen Welt

Wer betet, der hat Verbindung mit einer anderen Welt, wer betet, der lebt aus den Inspirationen der anderen Welt.

Wir sollten uns bewusst sein, dass das ständige Bei-Gott-Sein gleichbedeutend ist mit: im Herzen Gottes wohnen, im Paradies leben, Menschen glücklich machen und Menschen im Herzen tragen.

Für etwas Vergängliches ist unsere Seele viel zu groß

Wir wollen für etwas Ewiges da sein, ein innerliches Leben führen, es soll ein lebendiges Kreisen um den ewigen Gott sein. Von ihm holen wir uns die Antriebe, ihm schenken wir zuletzt und zutiefst alle Wünsche und Affekte unseres Herzens.

Alles andere zerfällt: Die Hauptsache ist das In- und Bei-Gott-Sein.

Was ist das Wichtigste für mich?

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Gott zu lieben, Gott zu suchen, Gott zu finden in allen Dingen, in allen Lagen, in allen Situationen.

Fassen wir jedes geschaffene Ding auf als ein Wort von und über Gott, so dürfen alle geschaffenen Dinge, sowohl die natürlichen wie die übernatürlichen, als ein großes Bilderbuch Gottes, als ein Lesebuch über ihn, als eine lebendige Gotteslehre angesprochen werden, die uns bei der Ermittlung der göttlichen Wünsche selten im Stich lässt.

Hat man ein wenig Liebe zu Gott, so kann man überall mit ihm reden. Alles, was einem begegnet, kann Hinweis sein auf Gott und zu Affekten der Liebe anregen.

Wir sollen Gott überall anschauen, mit ihm sprechen und für ihn Opfer bringen. Wenn ich schon eine große Liebe in mir habe, ist das immer möglich. Es muss das Organ in uns entfaltet werden, überall Gott zu begegnen. Wir müssen uns überall von Gott zur Gegenliebe wecken lassen.

[…]

Wir räumen dem Gebet und Gebetsgeist noch lange nicht den Platz in unserem Denken, Lieben und Leben ein, der ihm gebührt. Hier lässt die äußere Arbeit den Gebetssinn verkümmern und Gebetswertung vermindern. Dort umnebeln Welt und Weltgeist die übernatürliche Einstellung und drängen hin zu naturalistischem Denken, Werten und Handeln.

Auch unsere berufliche Tätigkeit will beseelt werden

Wann ist sie beseelt? Wenn sie in Verbindung mit Gott gesetzt wird. Wenn ich die Verbundenheit mit Gott nicht zeitweise in ausschließlicher Weise übe und tätige, ist die Gefahr groß, dass die Verbundenheit mit Gott mit der Zeit abbricht oder nicht genügend getätigt wird.

Wenn wir das nicht fertig bringen, längere Zeit ausschließlich Gott anzuschauen, wie sollen wir es dann fertig bringen, im Alltag den Wandel mit Gott zu pflegen?

© dampoint - Fotolia.com
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Auszug aus dem Buch: „Du und dein Gott“, Text nach P.J. Kentenich, einem Priester und Zeitgenossen von Edgar Cayce. Wer will, kann das Wort „Gebet“ auch durch „Meditation“ ersetzen; hier macht es keinen Unterschied!

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Autor: Cayceportal

Hallo, ich heiße Stefanie Piel und bin Diplom-Übersetzerin für Englisch und Französisch. Ich habe mich dem Werk Edgar Cayces verschrieben. Energiearbeit, Quantenphysik, Epigenetik und die Tatsache, dass wir mit allen und allem verbunden sind, begeistern mich immer wieder. Noch nie zuvor war ich so nahe an meinem wahren Ich dran wie jetzt. Ich möchte Edgar Cayce aus der esoterischen Ecke herausholen und sein Werk, basierend auf den neuesten Erkenntnissen, näher beleuchten.