Es gibt keinen Tod!

Lieber Peter,

erst konnte ich es nicht glauben. Das musste ein Irrtum sein. Doch eine Anfrage bei der amerikanischen Cayce-Gesellschaft gab mir bestürzende Klarheit: Du bist auf die andere Seite hinübergegangen; fortgegangen, ohne dich von all Deinen Freunden verabschieden zu können. Am anderen Ende der Welt, in Ecuador, hast Du Dich während der Arbeit, die du am liebsten tatest, davongemacht. Und obwohl ich weiß, dass es keinen Tod gibt, ist in mir ein Gefühl des Verlustes und der Betroffenheit. Gestern erst habe ich es erfahren, und trotzdem kann ich es immer noch nicht so richtig glauben.

Tiefe Freundschaft

Wann habe ich Dich eigentlich kennen gelernt? Ich glaube, das war 2001, auf dem Cayce-Kongress in Prag. Du hieltest einen Vortrag und gabst Behandlungen. Damals fanden wir einen Draht zueinander, und obwohl wir uns in den Jahren danach nur selten sehen konnten, wurde die Freundschaft doch immer tiefer und herzlicher. 2003 besuchte ich dich in St. Louis, wo Du dich mit Deiner chiropraktischen Praxis niedergelassen hattest und auch am College für Chiropraktik Kurse gabst. Wieviele Tipps und Ermutigungen ich von Dir bekam!

Dr. Peter Schoeb
Dr. Peter Schoeb

Ich fand es auch unendlich faszinierend, dass Du in Deinen Seminaren so humorvoll und einfühlsam die Cayce-/Reilly-Massage vermitteln konntest. Ja stimmt – Du hattest ja noch bei Dr. Reilly persönlich gelernt! Sein „Großes Edgar-Cayce-Gesundheitsbuch“ war mir schon so oft so hilfreich gewesen. Wusstest Du, dass ich mir nach Deinem Seminar 2008 sogar ein Anatomiebuch gekauft und wochenlang darin herumgestöbert hatte?

Jetzt können wir unser gemeinsames Buch nicht mehr schreiben, Du weißt schon, das über Rizinusöl. Und auch die Broschüre über Massage, du weißt schon, die mit den Fotos, die ich machen sollte, bleibt nun nichts weiter als ein Plan. Es gibt wohl immer Dinge, die liegen bleiben …

Hingabe und Menschenliebe

Bei einer Heilanwendung
Bei einer Heilanwendung

Weißt Du, was ich vor allem an Dir bewunderte, war Deine Freundlichkeit zu jedem, Deine Hingabe und Deine tiefe Menschenliebe. Wahrscheinlich gaben sie Dir die Kraft, Dein wahnsinniges Pensum immer wieder neu zu bewältigen und unermüdlich für andere Menschen da zu sein. Ich habe mich oft gefragt, woher Du bloß die Kraft nahmst, monatelang um die ganze Welt zu reisen, um Seminare und Behandlungen zu geben und den Menschen das wunderbare Werk von Edgar Cayce nahezubringen.

Doch bei all der Ruhe, die Du ausstrahltest, hatte ich doch immer den leisen Verdacht, dass Du von irgendetwas getrieben wurdest. Wie müde sahst du manchmal aus, wie erschöpft – kein Wunder, wenn man bedenkt, dass Du vor und nach den Seminaren immer noch Behandlungen gabst. Wie lang war Dein Arbeitstag – 12 Stunden, 16 Stunden, 18 Stunden, mit nur wenigen Tagen, an denen Du Dich wirklich erholen konntest?

„So, wie sie sind …“

Beim Massageunterricht
Beim Massageunterricht

Und dann Deine unendliche Geduld mit Menschen und Situationen! Woher nahmst Du sie nur? Als ich Dir die Frage vor zwei Jahren in Berlin stellte, antwortetest Du mir nach einigem Nachdenken: „Ich nehme die Menschen und Dinge einfach so, wie sie sind.“ Ich weiß noch, wie ich lachte und dann seufzte. „Einfach …“ – ach, wenn das doch so einfach wäre! War es für Dich wirklich einfach? Oder musstest Du die Geduld erst lernen?

Sicher wäre für dich ein bisschen mehr Selbstliebe besser gewesen. Vielleicht hättest Du Dir dann auch ab und zu ein wenig Zeit für Dich genommen. Aber ich glaube, das war nicht Deine Natur. Du wolltest den Menschen so viel geben – und hast Dich ihnen geschenkt, mit Herz, Leib und Seele. Und ich glaube, genau das war Deine Erfüllung und Befriedigung, Deine Lebensaufgabe und Deine Mission.

Wenn ich jetzt so im Netz lese, was Deine vielen Freunde und Fans so über Dich schreiben, dann sehe ich, was mir ganz natürlich scheint: dass Du ein echter Heiler warst und dass die Menschen, in deren Leben Du tratest, Dich liebten und bewunderten.

Geburt in der spirituellen Welt

Ob du jetzt wohl Erfüllung gefunden hast? Du weißt ja, Edgar Cayce sagte einst, „Leben ist ewig. Es ist in Ihm, und wenn man durch Gottes andere Tür geht, ändert sich nur die Sichtweise.“ (1246-2) Wahrscheinlich hast Du eine tiefere Sicht der Dinge bekommen, noch mehr Erkenntnisse gewonnen. Und uns, die wir auf dieser Seite der Tür zurückbleiben und mit dem großen Verlust fertig werden müssen, bleibt nur diese tröstliche Aussage von Edgar:

„Es gibt keinen Tod, nur den Übergang von der physischen auf die spirituelle Ebene. Und so wie die Geburt in die physische Welt als Beginn eines neuen Lebens bezeichnet wird, so ist der Tod in der physischen Welt wie eine Geburt in der spirituellen Welt.“ (136-33)

Danke, Peter, dass Du das Leben so vieler Menschen und nicht zuletzt auch meins mit Deinem ganzen Sein berührt und bereichert hast!

Tödlicher Herzinfarkt und Gedächtnisfeier

Dr. Peter Schoeb
Dr. Peter Schoeb

Wir trauern um Dr. Peter Schoeb, einen hingebungsvollen Therapeuten und Menschenfreund. Der gebürtige Schweizer studierte Naturheilkunde und schloss 1981 seine Massageausbildung in der Schweiz ab. Nach seiner Emigration in die USA lernte er bei Dr. Harold Reilly Massage und Therapie nach der Cayce-Reilly-Methode. Seit 1995 war er Chiropraktiker und hatte einen Bachelor of Science in Human Biology. Er unterrichtete an Massageschulen, am Logan College of Chiropractic in St. Louis, Missouri, und im alten Cayce-Krankenhaus in Virginia Beach ganzheitliche Gesundheitspflege und integrative Chiropraktik und behandelte dort regelmäßig unzählige Patienten.

Mehr als ein Vierteljahrhundert lang gab er auf der ganzen Welt Seminare über Massage, Gesundheit und Heilkunde nach Cayce/Reilly. Seine therapeutischen Behandlungen waren geprägt von tiefen Erkenntnissen, höchster Professionalität und hingebungsvoller Menschenliebe. Zuletzt praktizierte Peter in Tempe, Arizona.

Er starb am 15. Februar 2016 in Ecuador, wohin er zu einem Treffen der dortigen Cayce-Gesellschaft geflogen war. Noch geschwächt von einer kurz zuvor überstandenen Lungenentzündung, erlitt er einen tödlichen Herzinfarkt.

Die amerikanische Cayce-Gesellschaft A.R.E. in Virginia Beach wird am Donnerstag, den 25. Februar, um 16 Uhr nachmittags Ortszeit (22 Uhr abends in Deutschland) für Peter eine Gedächtnisfeier in der Aula der A.R.E. abhalten. Seine Freunde auf der ganzen Welt sind eingeladen, an diesem Tag (wenn auch vielleicht nur in Gedanken) dabeizusein.

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Autor: Cayceportal

Hallo, ich heiße Stefanie Piel und bin Diplom-Übersetzerin für Englisch und Französisch. Ich habe mich dem Werk Edgar Cayces verschrieben. Energiearbeit, Quantenphysik, Epigenetik und die Tatsache, dass wir mit allen und allem verbunden sind, begeistern mich immer wieder. Noch nie zuvor war ich so nahe an meinem wahren Ich dran wie jetzt. Ich möchte Edgar Cayce aus der esoterischen Ecke herausholen und sein Werk, basierend auf den neuesten Erkenntnissen, näher beleuchten.

3 Kommentare zu „Es gibt keinen Tod!“

    1. Lieber Winfrid, danke für Dein Kompliment! Ja, Peter war schon etwas ganz Besonderes. Ich habe leider keine Ahnung, wie alt er geworden ist, schätze aber so Mitte fünfzig … frag doch mal Renate oder Rick, die wissen es bestimmt.
      Liebe Grüße!

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