Gefährliche Zugänge zum Unbewussten

Wieder einmal darf ich einen Artikel von Kevin Todeschi, dem Leiter der amerikanischen Cayce-Gesellschaft A.R.E., übersetzen. Ehrlich gesagt, beim Übersetzen hat’s mich doch einigermaßen gegruselt! Denn diesmal geht es um Ouija-Bretter, automatisches Schreiben und die #CharlieCharlieChallenge und die Gefahren, die mit diesen scheinbar harmlosen Spielen einhergehen.

Jeder sein eigener Seher

©Jürgen Laufer "Warm-Kalt" CC-Lizenz-BY2.0 www.piqs.de
©Jürgen Laufer „Warm-Kalt“ CC-Lizenz-BY2.0 http://www.piqs.de

Ja, die Readings von Edgar Cayce ermutigen uns geradeheraus, dass jeder von uns potentiell sein eigener bester Seher ist und dass jeder jederzeit auf ganz persönliche Führung zugreifen kann. Tatsächlich gab Edgar zahlreiche Hinweise, wie das Unterbewusste durch Meditation, Arbeit mit Träumen, persönliches spirituelles Wachstum, Entwicklung von Empathie, Lernen, wie man Vorahnungen erkennt, usw. sicher freigesetzt werden kann. Die Readings nennen jedoch auch zahlreiche Geschichten von gefährlichen Zugängen zum Unbewussten. Davon sind einige in dem Buch von Edgars Sohn Hugh Lynn, „Venturing Inward“,  aufgeführt.

Gefährliche Praktiken

Vor einiger Zeit hatte ich die wunderbare Gelegenheit, anlässlich des 50. Jubiläums von Hugh Lynns Klassiker dessen Neuauflage herauszugeben. Und dabei erinnerte ich mich an die echten Gefahren, die mit Praktiken wie automatisches Schreiben, Ouija-Brettern und sogar dem „neuesten Schrei“ dieser alten Gefahr, der so genannten „CharlieCharlie-Challenge“, verbunden ist. Die Zahl der Menschen, die durch Verwendung des Hashtags #CharlieCharlieChallenge die Aufmerksamkeit auf dieses Spiel gelenkt haben, bewegt sich sage und schreibe im zweistelligen Millionenbereich.

Foto: Stefanie Piel
Foto: Stefanie Piel

Dieses Spiel geht von den gleichen Voraussetzungen aus wie automatisches Schreiben und das Ouija-Brett. Die Spieler schreiben die Wörter „Ja“ und „Nein“ jeweils zwei Mal auf ein Blatt Papier und legen darauf Bleistifte, die sich überkreuzen. Dann stellen sie Fragen. Berichten zufolge werden die Fragen von einem Dämon namens „Charlie“ beantwortet, der die Stifte in Richtung der entsprechenden Antwort bewegt.

Der Geist will nicht loslassen

Bevor Du jetzt davonläufst und das Spiel ausprobierst, ist es vielleicht hilfreich zu wissen, dass Hugh Lynn Cayce über viele Jahre hinweg mit zahllosen Menschen gearbeitet hat, die sich unbeabsichtigt einer „Besessenheit“ geöffnet hatten, indem sie Spiele spielten, die sie für „harmlos“ hielten. Die Herausforderung besteht darin: Sobald eine körperlose Wesenheit (d. h. eine Person, die nicht tot sein will), ein aufnahmebereites „Ohr“ findet, ist dieser verstorbene Geist nicht sonderlich willig, wieder loszulassen.

©mr.nico_aboutpixel.de
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Venturing Inward enthält zahlreiche Berichte, wie diese Art Spiel zu Verbindungen mit Geistern führte, die versuchten, das Leben einer Person zu übernehmen, ihre oder seine Ehe zu zerstören (manchmal sogar eine „sexuelle“ Beziehung zu der Person zu beginnen), den Verlust der Arbeitsstelle herbeiführten, usw. Solche Spiele sind ganz und gar nicht harmlos, besonders nicht für jene, die aufgrund von Medikamenten/Drogen und Alkohol, Verletzungen der Wirbelsäule, hormoneller Umstellung in der Pubertät und schlechter Gesundheit anfällig sind. Und wenn die körperlose Wesenheit einmal eine Verbindung hat, kann es schwer sein, diese Verbindung wieder zu lösen.

Deine Abwehrmaßnahmen

Manchmal kamen Menschen zu Edgar und fragten ihn, wie sie mit solchen Erfahrungen umgehen sollten. Die Erfahrungen umfassten unter anderem das Gefühl, dass ein Geist anwesend war, ein Spüren, dass jemand geistig in die eigenen Gedanken eindrang, das Hören von Stimmen und das Aufnehmen unerwünschter seherischer Informationen. Edgar nannte viele Hilfestellungen, die dazu dienten, die natürlichen Abwehrkräfte des Körpers – körperlich, mental und spirituell – zu stärken:

  • Überlege, zu einem Osteopathen oder Chiropraktiker zu gehen, um sicherzustellen, dass kein Problem der Wirbelsäule vorliegt, das Druck auf Dein Nervensystem ausübt. Häufig öffnen sich Menschen aufgrund einer Verletzung oder eines Problems der Wirbelsäule unwissentlich anderen Ebenen der „Realität“.
  • Ernähre Dich gesund und gut ausgewogen und sorge dafür, dass Du ausreichend Schlaf bekommst. Überspringe keine Mahlzeit und iss nicht zu wenig. Die Missachtung des Organismus (und dazu gehören auch eine schlechte Ernährung und Schlafmangel) ist eine der leichtesten Methoden, Probleme auf der mental-emotionalen Ebene weiterbestehen zu lassen.
  • ©grafica, CC-Lizenz (BY 2.0), piqs.de
    ©grafica, CC-Lizenz (BY 2.0), piqs.de

    Gib dem Verstand viel erbauliches Material (häufig spirituell ausgerichtet) zu lesen. Dazu können Selbsthilfebücher, erhebende Gedichte, die Thora, das Neue Testament, usw. gehören. Cayce erklärte oft, „der Verstand ist der Erbauer“, und worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, das wird zu einem Teil von uns.

  • Arbeite mit dem Gebet. Stelle Dir vor, Du umgibst Dich mit einem „weißen Licht des Schutzes“, wann immer Du Dich von einer Erfahrung gestört fühlst. Du kannst auch Freunde, Familie, einen Geistlichen oder einen Rabbi bitten, mit Dir und für Dich zu beten.
  • Lass nicht zu, dass Dich diese Erfahrungen faszinieren. Sehr häufig müssen die Menschen ihre Faszination von der Erfahrung – die sie trotz ihrer Abneigung haben – überwinden, bevor eine Heilung erfolgen kann.
  • Mache einen verständnisvollen Berater oder Therapeuten ausfindig, mit dem Du sprechen kannst. Dieser Therapeut sollte sich mit der Psychologie von Jung oder dem Paranormalen auskennen oder zumindest dem Unbekannten gegenüber aufgeschlossen sein.

Ja, Menschen können von sicheren seherischen Erfahrungen durch zahlreiche Hilfsmittel profitieren. Doch Ouija-Bretter, automatisches Schreiben und diese neue CharlieCharlie-Challenge können sehr gefährlich sein und sind ganz und gar nicht konstruktiv oder nützlich. Versuche stattdessen, eine Frage aufzuschreiben, die Frage vor dem Zubettgehen zu lesen und dann darüber zu schlafen.

Ein sicheres Spiel

©Kikkerdirk- Fotolia.com
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Alternativ kannst Du ein sicheres seherisches Spiel spielen, das Edgar Cayce empfahl. Demzufolge müssen Menschen, die wirklich eine seherische Erfahrung machen wollen, zwanzig Tage lang mit einem Freund oder einer Freundin zusammenarbeiten. An jedem Tag und immer zur gleichen Uhrzeit muss jede der Personen ruhig dort sitzen, wo sie gerade ist und an die jeweils andere Person denken. Jede Person muss sich die jeweils andere Person vorstellen und fühlen, was diese andere Person kurz vor der vereinbarten täglichen Übungszeit getan hat. Diese Übung muss zwanzig Tage lang täglich wiederholt werden. Edgar zufolge hast Du am Ende der zwanzig Tage zum Verständnis einer seherischen Verbindung Erfahrungen aus erster Hand gewonnen.

© der Übersetzung: Stefanie Piel

KevinTodeschiKevin J. Todeschi ist leitender Direktor der Cayce-Gesellschaft A.R.E. Als Schüler und Lehrer des Cayce-Materials seit über 35 Jahren hat er mehr als 25 Bücher zu unterschiedlichen Themen des Cayce-Werks geschrieben. Den Originalartikel findest Du im amerikanischen Edgar-Cayce-Blog.

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Autor: Cayceportal

Hallo, ich heiße Stefanie Piel und bin Diplom-Übersetzerin für Englisch und Französisch. Ich habe mich dem Werk Edgar Cayces verschrieben. Energiearbeit, Quantenphysik, Epigenetik und die Tatsache, dass wir mit allen und allem verbunden sind, begeistern mich immer wieder. Noch nie zuvor war ich so nahe an meinem wahren Ich dran wie jetzt. Ich möchte Edgar Cayce aus der esoterischen Ecke herausholen und sein Werk, basierend auf den neuesten Erkenntnissen, näher beleuchten.

6 Kommentare zu „Gefährliche Zugänge zum Unbewussten“

  1. Mein Vertrauen in Edgar Cayce ist unerschütterlich. Was mich freut, wenn ich mich
    bei EE Metatron Tyberonn einklicke wird immer wieder auf Edgar Cayce Aussagen
    hingewiesen. Danke für die Informationen herzlichst Helga

  2. Interessanter Artikel. Oft werden solche Dinge wie Besessenheiten als dummer Hokuspokus abgetan, aber ich bin davon überzeugt, dass ein Mensch unwillentlich Kanäle öffnen kann, durch die eine Wesenheit oder eine unerwünschte Energie in ihn eindringt. Alles andere wäre geradezu unlogisch.

    1. Ja, Henny, so sehe ich das auch. Deshalb ist es meiner Meinung nach wichtig, immer wieder zu hinterfragen und in sich zu gehen, um sich mit der wahren Quelle allen Seins zu verbinden.

  3. Allan Kardec (1804 – 1869) wies in seinen Anleitung immer wieder daruf hin. Die den Worte von Edgar Cayce treffen den aktuellen Zeitgeist sehr klar. Danke für den Artikel. Herzlichen Gruss. Renato Strassmann

    1. Ja, ich denke, alle ernstzunehmenden Menschen, die sich mit diesen Dingen beschäftigen, wissen um die Gefahren und weisen darauf hin. Und viele Menschen täten gut daran, sich danach zu richten. Schön, dass Dir der Artikel gefällt! 🙂
      Auch Dir liebe Grüße,
      Stefanie

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