Der größte Fehler auf dem spirituellen Weg

Gelebte Spiritualität – darunter können sich viele Menschen nichts vorstellen. Spiritualität, ok, aber wie lebe ich sie? Na, ganz einfach – indem ich lebe! Ganz im Vertrauen auf die Schöpferische Kraft, von der ich ein Teil bin, frei von Problemen und Ängsten. Ein schöner Traum? Nein, ganz und gar nicht. Der folgende Artikel macht Edgar Cayces Standpunkt sehr deutlich. Lass dich inspirieren!

Von Craig Hamilton

Universale SpiritualitätHeutzutage investieren viele von uns enorm viel Zeit in spirituelle Arbeit an uns selbst. Wir meditieren, beten und nehmen an Workshops, Seminaren und Einkehrtagen teil. Und doch macht die große Mehrheit von uns den gleichen Fehler. Auf unserem spirituellen Weg neigen wir dazu, der Notwendigkeit, unsere persönlichen psychologischen Probleme aufzulösen, eine viel zu große Bedeutung beizumessen.

Psychotherapeutische Kultur

Jedoch ist es wichtig zu erkennen, dass dies nicht unser Fehler ist. Diese Neigung erwuchs aus der psychotherapeutischen Kultur, die uns im Grunde genommen erklärte, wir seien alle durch unsere Kindheit gestört und hätten „innere Wunden“, die geheilt werden müssten, damit wir als Erwachsene ein glückliches und erfülltes Leben führen könnten. Und als die großen Lehren der Erleuchtung in unsere westliche Welt importiert wurden, wurde diese psychotherapeutische Weltsicht Schritt für Schritt auf den spirituellen Weg aufgestülpt.

LaternenlichtPraktisch spielt sich das wie folgt ab: Sagen wir, ich nehme ernsthaft eine spirituelle Praktik an und stelle im Verlauf dieser Praktik fest, dass ich mich zutiefst gegen das Leben und Intimität wehre. Ich lasse nicht zu, dass andere Menschen mich so sehen, wie ich wirklich bin. Ich trage stets eine soziale Maske, die eigentlich sehr viel Unsicherheit verbirgt. Wenn ich dies also entdecke, werde ich als psychologisch gut informierter und moderner Mensch dazu neigen, mich in mein Inneres zurückzuziehen, in meine Vergangenheit zurückzugehen, zu beginnen, die Tiefen meiner Psyche zu ergründen, um die persönlichen Ursachen für diese Angst und Unsicherheit und Tendenz, mich dem Leben zu verschließen, zu finden und aufzulösen.

Manifestationen des Egos

©Jürgen Laufer "Warm-Kalt" CC-Lizenz-BY2.0 www.piqs.de
©Jürgen Laufer „Warm-Kalt“ CC-Lizenz-BY2.0 http://www.piqs.de

Doch in einem authentischen spirituellen Kontext würden wir darauf hinweisen, dass dieses „persönliche Problem“, das du entdeckt hast, eigentlich ganz einfach nur eine der grundlegenden, gewöhnlichen Manifestationen des Egos ist. Und statt dich zu endlosen und gegenstandslosen Ausgrabungsarbeiten an deiner Psyche zu schicken, würden wir dich einfach nur ermutigen, dich der Wahrheit dessen, was du siehst, direkt zu stellen, und die psychologische Neigung sowie die Motivationen, die sie gegenwärtig lenken, deutlich zu erkennen. Wichtiger noch, wir würden dir den Vorschlag machen, dass du dich bemühst, dich in die entgegengesetzte Richtung deiner gewohnheitsmäßigen Reaktion zu bewegen. In diesem Beispiel würde das heißen: Wenn du feststellst, dass du drauf und dran bist, wieder eine Maske anzulegen, dann mach stattdessen den beängstigenden Schritt, durchschaubar und verletzlich zu sein.

Viele psychologisch geschulte Fachleute werden, wenn sie dies lesen, heftig widersprechen und behaupten, ja, wenn es so einfach wäre, sich zu ändern, dann würde sich jeder bereits geändert haben und es gäbe keine Notwendigkeit mehr für … nun ja, für Psychotherapie … Und das ist eine absolut vernünftige Reaktion von jemandem, der keine Erfahrung darin hat, sich auf die Art der spirituellen Praktik einzulassen, von der ich spreche.

Verbunden mit der spirituellen Kraft

Licht und Freude
Foto: Maridav – Fotolia.com

Was aber geschieht, wenn wir diesen Zwang loslassen, unsere Probleme herauszuarbeiten und stattdessen beginnen, den Pfad der aktiven Transformation zu beschreiten? Wir stellen plötzlich fest, dass wir Zugang zu einem Teil unseres Selbst haben, der bereits frei ist von den Begrenzungen und Problemen unseres Egos. Es ist der Teil unseres Selbst, der niemals verwundet oder traumatisiert war, der nicht geheilt werden muss, der bereits heil und vollständig ist und der Zugang zu grenzenloser Energie, Kreativität und Positivität hat, der ganz und gar bereit ist, vollumfänglich, wagemutig, leidenschaftlich am Leben teilzuhaben, ohne etwas zurückzuhalten. Und darin fühlen wir uns sofort verbunden mit dem Herzen der spirituellen Kraft hinter dem Kosmos.

Wunderbarerweise stellen wir bei unserer Arbeit immer wieder fest, dass bei Menschen, die erwachen und aus diesem tieferen, echteren Teil des Selbst heraus beginnen zu handeln, alle psychologischen Probleme, Blockaden, Wunden, Komplexe und Neurosen, durch die sie sich jahrelang hätten durcharbeiten müssen, plötzlich aufgelöst zu sein scheinen. Tatsächlich haben sie sich nicht aufgelöst. Sie können immer noch reaktiviert werden, wenn wir zurück in die Perspektive des Egos fallen.

© yvart - Fotolia.com
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Aber im Licht dieses neu entdeckten, höheren Potenzials und der tiefen Wahrnehmung von Sinn und Bedeutung, die damit einhergeht, finden wir ein überzeugendes Argument, unseren „Problemen“ nicht mehr zum Opfer zu fallen. Einfach gesagt, sind sie für uns nicht mehr interessant, und auf diese Weise verlieren sie ihre Macht über unsere Psyche. Und das scheint auch schon den ganzen Unterschied auszumachen. Wir beginnen, darin die wahre Bedeutung vom Ego zu entdecken. Und wir lernen, dass wir auf diese Freiheit nicht warten müssen. Sie kann jetzt sofort kommen, wenn wir bereit sind, Herz und Seele dort hineinzugeben.

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CraigCraig Hamilton ist der Gründer von Integral Enlightenment und ein Mitglied des Evolutionary Leaders Forum von Deepak Chopra. Er ist ein Pionier auf dem Gebiet der evolutionären Spiritualität und integriert viele Jahrzehnte intensiver spiritueller Praktik mit Einsichten, die er in acht Jahren als Redakteur der Zeitschrift What Is Enlightenment? und 13 Jahren mit der spirituellen Gemeinschaft EnlightenNext gesammelt hat.

© der Übersetzung: Stefanie Piel

Das Original wurde mit Erlaubnis von IntegralEnlightenment.com im A.R.E. Blog veröffentlicht. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der A.R.E.

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Design: Carina Leithold, www.mandala-zauber.de
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Autor: Cayceportal

Hallo, ich heiße Stefanie Piel und bin Diplom-Übersetzerin für Englisch und Französisch. Ich habe mich dem Werk Edgar Cayces verschrieben. Energiearbeit, Quantenphysik, Epigenetik und die Tatsache, dass wir mit allen und allem verbunden sind, begeistern mich immer wieder. Noch nie zuvor war ich so nahe an meinem wahren Ich dran wie jetzt. Ich möchte Edgar Cayce aus der esoterischen Ecke herausholen und sein Werk, basierend auf den neuesten Erkenntnissen, näher beleuchten.

2 Kommentare zu „Der größte Fehler auf dem spirituellen Weg“

  1. Danke fürs Veröffentlichen dieses Textes. Mein Herz geht damit konform, nur hätte ich es wahrscheinlich nicht so gut in Worte fassen können.
    Viele Grüße von
    Meike

    1. Liebe Meike, ja, mir geht es genauso. Deshalb freue ich mich immer, wenn ich solche Texte übersetzen kann!
      Auch Dir viele Grüße!
      Stefanie

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