Ein Enkel von Edgar Cayce

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass derzeit viele Dinge und Ereignisse, die bisher nur auf der geistigen Ebene vorhanden waren, auf die materielle Ebene kommen. Klar ist mir bewusst, dass wir uns mitten in einer Zeitenwende befinden – seit einigen Jahren befinden wir uns ja am Beginn des Wassermannzeitalters – und trotzdem ist es spannend, das hautnah mitzuerleben.

Auch bei mir persönlich tut sich viel. Vieles musste lange reifen, vieles wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Ideen warten darauf, Gestalt anzunehmen. Die Lösung vom einen, die Bindung an anderes – das steht derzeit bei mir an.

Schon zwei irdische Bindungen haben sich in diesem Jahr abrupt gelöst. Im Februar starb der unersetzliche Peter Schoeb, der mir ein lieber Freund geworden war. Und am 29. April kam die Nachricht, das Charles Thomas Cayce, der erstgeborene Enkel von Edgar Cayce, überraschend an Herzstillstand gestorben ist.

Edgar Cayces Enkel

©A.R.E.
©Association for Research and Enlightenment

Charles Thomas, geboren am 7. Oktober 1942, war der Sohn von Hugh Lynn, Edgar Cayces ältestem Sohn. 1977 übernahm er die Leitung der 1931 von seinem Großvater gegründeten A.R.E. und blieb auch nach seinem Rücktritt im Jahr 2006 im Vorstand dieser gemeinnützigen Gesellschaft. Es heißt, er sei ein gefragter Redner und ein beliebter Reiseleiter gewesen.

Ich habe allerdings auch viel Widersprüchliches von ihm gehört. Nun heißt es auch, dass man von Toten nur Gutes sagen soll; aber ein kleiner eigener Eindruck darf erlaubt sein.

Schon bevor ich ihm persönlich begegnen durfte, wurde mir gesagt, er sei unnahbar, kalt und hochmütig, auch oftmals kurz angebunden. Sein Verhalten anderen gegenüber wurde bemängelt, sein Privatleben auseinandergenommen.

Aber mal ganz ehrlich: Welcher Mensch, der sich im Licht der Öffentlichkeit befindet, wird nicht kritisiert? Und inwieweit ist es angemessen, wenn ein Mensch, der sich auf seine Spiritualität viel einbildet, über jemand anderen herzieht?

Meine Begegnungen mit Charles Thomas

2001, beim Europäischen Edgar-Cayce-Kongress in Prag, durfte ich Charles Thomas dann persönlich kennenlernen, auf einer Bootsfahrt auf der Moldau kamen wir ins Gespräch. Die zweite Begegnung fand 2003 in Virginia Beach statt. Bei einem Essen in einem hübschen Restaurant besprachen wir meinen Wunsch, das Buch der Universellen Gesetze übersetzen zu dürfen (einige Monate später kam der Vertrag, der sehr zu meinen Gunsten abgefasst war).

Zehn Jahre lang kam ich nicht nach Virginia Beach; doch 2013 mussten einige meiner Projekte persönlich besprochen werden. Ich weiß noch, dass mein Terminplan während meines Aufenthalts dort ausgefüllt war wie der eines vielbeschäftigten Managers! Mein Projekt, eine Romanbiographie über seine Großmutter zu schreiben, gefiel Charles Thomas; er stimmte einem Treffen zu.

CharlesThomas StefanieTreffen 2013

Bei diesem Treffen lernte ich auch Charles Thomas‘ Frau Leslie kennen, die sich sehr intensiv mit Gertrude Evans Cayce (Frau von Edgar Cayce) beschäftigt hatte. Beide waren freundlich, offen und ehrlich und gaben mir viele Tipps für meine Recherchen. Charles Thomas erzählte mir gerne und animiert einige noch unbekannte Anekdoten über das Familienleben der Cayces, die ich aufschrieb und nun hüte wie einen Schatz. 🙂 Und er brachte den Wunsch an, ich solle so nah an der Wahrheit wie möglich bleiben. Das war selbstverständlich und natürlich stimmte ich dem zu – Romanbiographien verlangen viel Fingerspitzengefühl.

Gegen Ende unseres Treffens spürte ich, dass er ungeduldig wurde. Er hatte noch einen anderen Termin und schließlich trieb er zur Eile an. Das in der Schnelle geschossene Foto (siehe oben) sieht deshalb etwas verhalten aus und die eilige Verabschiedung war kurz. Doch ich hatte mehr bekommen, als ich für möglich gehalten hatte … und bin ihm zutiefst dankbar für die Zeit, die er sich für mich genommen und die vielen Einblicke, die er mir gegeben hatte. Ein wahres Geschenk!

Mein eigenes Bild

War er nun unnahbar, kalt, hochmütig und oftmals kurz angebunden gewesen? Auf den ersten Blick vielleicht. Dahinter verbarg sich meiner Meinung nach eine tiefe Unsicherheit. Charles Thomas‘ Vater, Hugh Lynn, war eine starke, charismatische Persönlichkeit gewesen – darin stimmen alle, die ihn kannten, überein. Ihm ist es zu verdanken, dass das Werk Edgar Cayces weltweit bekannt wurde und dass die A.R.E. noch heute existiert. An dieses Charisma kam Charles Thomas nicht heran. Mit dem Vater konnte er sich nicht messen. Das wusste er. Lange Zeit hatte er mit der A.R.E. nichts zu tun. Deren Leitung hatte er auf Wunsch des Vaters übernommen.

Doch er wuchs in seine Aufgaben hinein und mit der Zeit entwickelte er seinen eigenen Stil. Seine Frau Leslie war ihm da eine große Hilfe. Gemeinsam schrieben sie das Buch „Love Relationships“. Sie freuten sich an den gemeinsamen Kindern und später Enkelkindern.

©Association for Research and Enlightenment
©Association for Research and Enlightenment

Ich habe ihn nicht als unnahbar oder kalt erlebt. Er war keine Plaudertasche, doch das, was er erzählte, hatte Hand und Fuß. Er war immer hilfsbereit und verhalten freundlich, von Hochmut keine Spur. Er gab immer sein Bestes – was kann man mehr verlangen? Er wollte sich nicht auf seinen berühmten Großvater und Vater reduzieren lassen – wer will das schon? Er ließ sich nicht in seine Entscheidungen reinreden und weigerte sich, sie vor anderen zu rechtfertigen. Das hat mein vollstes Verständnis. Seine Mitarbeiter wählte er klug und besonnen – viele von ihnen sind noch heute engagiert dabei.

Für mich war es ein Gewinn und eine Ehre, ihn gekannt zu haben. Ich danke ihm von Herzen für seine Hilfe, seine Großzügigkeit und Offenheit. Mein Buch über Gertrude Cayce wird ihm gewidmet sein – ihm und all jenen Mitgliedern der Familie Cayce, die mir so viel von ihrer Familiengeschichte preisgaben.

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Autor: Cayceportal

Hallo, ich heiße Stefanie Piel und bin Diplom-Übersetzerin für Englisch und Französisch. Ich habe mich dem Werk Edgar Cayces verschrieben. Energiearbeit, Quantenphysik, Epigenetik und die Tatsache, dass wir mit allen und allem verbunden sind, begeistern mich immer wieder. Noch nie zuvor war ich so nahe an meinem wahren Ich dran wie jetzt. Ich möchte Edgar Cayce aus der esoterischen Ecke herausholen und sein Werk, basierend auf den neuesten Erkenntnissen, näher beleuchten.

2 Kommentare zu „Ein Enkel von Edgar Cayce“

  1. Liebe Stefanie

    natürlich habe ich seine Daten in mein Astroprogramm eingegeben (genaue Geburtszeit wäre schön) Er hat ein Saturn/Mond Quadrat, d.h. seine Gefühle wurden verletzt. Um sich vor weiteren Verletzungen zu schützen, erschafft man lieber eine Distanz, die oberflächliche Menschen als kühl und abweisend bezeichnen würden.
    Schöne Geschichte, ich freue mich schon auf das Buch.

    Liebe Grüsse
    Ursula

    1. Liebe Ursula, toll, dass Du seine Daten eingegeben hast! Leider habe ich nicht die genaue Geburtszeit, nur den Geburtsort in Virginia Beach, Virginia, USA. Deine Analyse ist ziemlich treffend, genau so habe ich ihn erlebt. Lieben Dank dafür!
      Herzliche Grüße sendet Dir Stefanie

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