Der Würfel ist gefallen

Es ist geschehen. Das amerikanische Volk hat gewählt. Naja, genauer gesagt, haben 58,1 % der Bürger gewählt (Stand: 15.11.2016) – die niedrigste Wahlbeteiligung seit 1980 (Quelle: US-Wahl). Dennoch ist es eine demokratische Wahl, und auch wenn die endgültige Entscheidung jetzt beim so genannten „electoral college“ liegt, ist davon auszugehen, dass der zukünftige US-Präsident, der am 20. Januar 2017 in sein Amt eingeführt wird, Donald Trump heißt.

Ich glaub, ich spinne!

Das gibt mir die Gelegenheit, ein bisschen zu philosophieren. Ich habe die Wahl nicht verfolgt. Dazu ist mein Interesse an Politik viel zu gering. Trotzdem, als ich am nächsten Tag das Ergebnis erfuhr, war das wie ein Schlag in die Magengrube. Meine erste Reaktion: „Ich glaub, ich spinne!“ Meine zweite Reaktion: „Ich hab’s geahnt.“ Dann überkam mich eine unendliche Ruhe und eine fast unheimliche Heiterkeit – so , wie ich sie immer empfinde, wenn es darum geht, mal wieder ein Abenteuer zu bestehen. Abenteuer? Ruhe? Heiterkeit? Du glaubst, ich spinne? Na, da muss ich wohl weiter ausholen.

©Martin Capek - Fotolia.com
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Normalerweise kann ich mich auf meine Intuition verlassen – wenn nicht mein Verstand dazwischen funkt (was er leider nur allzu oft tut). Jetzt im Nachhinein lässt sich das leicht sagen, aber meine Intuition sagte mir schon vor Monaten, dass diesmal nicht die erste US-Präsidentin ins Weiße Haus einziehen würde. Nur mein Verstand, der wollte es nicht wahrhaben. Denn Menschen wie Donald Trump schrecken mich ab – wenn Du nicht weißt, was ich meine, brauchst Du Dich nur an seine Wahlkampfauftritte erinnern. Ich wehrte mich vehement gegen die Vorstellung, ihn als einen der mächtigsten Menschen der Welt zu sehen.

Doch die Zeit war reif. Schon als ich 2013 in Sachen Cayce in den USA unterwegs war, in Virginia Beach, in Kentucky, in Alabama, in Tennessee, konnte ich es spüren und zum Teil auch sehen: die verhaltene Stimmung, die Angst vor dem sozialen Abstieg, die Unzufriedenheit, den wirtschaftlichen Niedergang, den Ärger über das Establishment – und damit einhergehend eine zunehmende Radikalisierung von Ansichten, Meinungen, Überzeugungen. Ich spürte, dass sich etwas zusammenbraute – zusammenbrauen musste!

Die meiste Aufmerksamkeit

Aber da gibt es noch etwas anderes. Lach nur, aber es konnte gar nicht anders kommen! Dass Trump die Wahl gewonnen hat, ist sooooo logisch und folgt einem ganz einfachen Universellen Gesetz:

„Die Energie fließt dorthin, worauf sich die Aufmerksamkeit richtet.“ (The Secret)

Edgar Cayce drückt es etwas anders aus:

„Womit du dich intensiv beschäftigst … das bekommst du …“ (2034-1)

Und in dem Buch „Wie unser Leben funktioniert“ lese ich:

„Wenn Sie über das nachdenken, womit Sie sich intensiv beschäftigen oder was Sie hassen, geben Sie Energie in Ihre Aura. Wenn Sie sie dort hineingeben, ziehen Sie etwas an, auch wenn Sie es hassen.“

Während der Wahlkampagne musste ich immer wieder daran denken. Immer, wenn er sich wieder etwas geleistet hatte. Immer, wenn man sich über ihn aufregte. Immer, wenn ich dieses wutverzerrte oder selbstbewusst grinsende Gesicht bei einem Auftritt sah. Die dezente Mrs. Clinton tauchte viel seltener in der Berichterstattung auf.

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Denk mal daran, wie gekonnt Trump sich inszeniert hat. Man kann viel über ihn lästern, aber er ist ein sehr schlauer Mann! Schon immer hat er seinen Namen gut zu verkaufen gewusst.

Ausgestattet mit einem großen Mundwerk und einem noch größeren Ego begeisterte er seine Anhänger und empörte seine Gegner. Doch immer erreichte er das Eine: dass man über ihn sprach – negativ oder positiv, ganz gleich. Hauptsache, er bekam Aufmerksamkeit. Wie viele Menschen weltweit haben – dadurch, dass sie für oder gegen ihn waren – Energie in das Thema gegeben? Dagegen wirkte Clinton wie eine graue Maus. Sie war seiner Publicity schlichtweg nicht gewachsen.

Stürmische Änderungen

Aber wieso empfinde ich Ruhe und Heiterkeit? Vielleicht, weil ich mich rechtzeitig an diese Aussage von Edgar erinnert habe:

„Denn niemand ist an der Macht, der nicht die Gelegenheit durch den Willen des Vaters erhalten hat – von dem alle Macht ausgeht.“ (Reading 3976-18)

Nun, der Würfel ist wohl gefallen, also müssen wir das Beste aus der Situation machen. Wenn Trump wirklich vier Jahre Realpolitik durchsteht, können wir uns vermutlich auf einige stürmische Änderungen in der etablierten Politik gefasst machen. Und ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass das gar nicht so schlecht wäre. Allzu lange haben sich unsere Politiker hüben wie drüben auf ihren Lorbeeren ausgeruht und die Menschen ihrer Staaten weitestgehend ignoriert. Also, auf ins Abenteuer, mischen wir das System mal so richtig auf! 😀 Die Zeit ist schon lange reif.

©bluedesign - Fotolia.com
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Denn es ist nicht zu leugnen: Auch ohne in Trance zu gehen, kann man wohl vorhersagen, dass in den nächsten Jahren wahrscheinlich einiges durcheinandergewirbelt wird, so, wie es durch die Jahrhunderte immer wieder geschah. Und jeder Aufruhr, jede Unruhe brachte große Veränderungen, sowohl zum Besseren, als auch zum Schlechteren mit sich. Edgar Cayce prophezeite so einige Tumulte: den Börsenkrach 1929, den zweiten Weltkrieg, und, in Reading 3976-28, auch die amerikanische Bürgerrechtsbewegung in den 50er und 60er Jahren:

„Was dieses eigene Land anbetrifft, wird es mehr Aufruhr im und nach dem Frieden – nicht sofort – geben, als es in der Gegenwart [1943] gibt. Dies wird Aufruhr aus dem Inneren heraus sein.“

Und immer ging den Unruhen ein wesentlicher Umbruch voraus.

(Nein, Edgar hat weder Donald Trump noch den Aufruhr vorhergesagt, der nach dessen Wahl ausgebrochen ist. Bezüglich der Zeit ab 1998 sprach er nur von einer „Zeitenwende“ und dass wir 1998 anfangen würden, dies zu verstehen (Reading 1602-3).)

Haus auf Stein oder auf Sand?

So weit, so gut. Die eigentliche Frage ist aber doch: Wo stehe ICH, wo stehst DU inmitten von all dem? Wie gefestigt bist Du in Deiner Spiritualität, in Deinem Glauben? Kannst Du auch unruhige Zeiten überstehen? Zeiten, in denen Dir viel Materielles genommen werden könnte? In der Bergpredigt lese ich die abschließenden Worte von Jesus:

„Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut. Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie ein unvernünftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es ein und wurde völlig zerstört.“ (Mt. 7, 24-27)

Ist es nicht so? Wenn wir auf die göttliche Allmacht vertrauen und uns ganz auf sie ausrichten, kann uns weder ein skandalträchtiger Donald, noch eine korrupte Hillary, noch irgendeiner unserer eigenen Politiker oder ein unerwünschtes Ereignis aus der Bahn werfen. Wenn wir unser Licht leuchten lassen, beständig, hell und wegweisend, wenn wir zu uns selbst stehen und unseren Mitmenschen helfen, dann ist es gleich, welche Stürme kommen – wir werden sie alle meistern.

Ich habe ein wunderbares Reading gefunden, das Edgar Cayce einige Monate vor Beginn des zweiten Weltkriegs gegeben hat. Viele Aussagen in Reading 3976-22 zum Thema Weltgeschehen können auch heute noch für uns wegweisend sein. Die folgenden Auszüge möchte ich unbedingt mit Dir teilen, da sie mich zutiefst berühren.

Wer ist dein Gott?

„15. Heute müssen wir also in unserem individuellen Bewusstsein fragen: ‚Bin ich meines Bruders Hüter?‘ Nicht ‚Was schuldet mir die Welt?‘ sondern ‚Welchen Beitrag kann ich, als individuelle Seele, die nach Gott sucht, nach Seinem Angesicht sucht, tun, um den Tag des Herrn schneller herbeizuführen?‘

16. Denn wir als Individuen, die wir uns umschauen, erkennen immer mehr, dass wir alle in Ihm leben, uns bewegen und unser Sein haben – und wir werden auch gewahr ‚woher wir kommen‘. Und wir erkennen, dass seine Worte ‚Ihr sollt mein Volk sein und ich will euer Gott sein‘ [Jer. 30,22] für mich, für dich, für jede Seele gelten, die mit dem Bewusstsein, dem Gewahrsein des Lebens gesegnet ist.

17. Denn das Leben selbst in all seinen Formen und Phasen ist in der Tat eine Offenbarung dessen, den wir als Gott anbeten.

18. Wir erkennen, dass Selbstsucht, Eifersucht, jene Dinge, die Menschen Angst machen, schrittweise abgelegt werden müssen.

19. Zunächst muss also, für uns als Individuum, das Selbst beherrscht werden. Erhebe nicht deine Stimme, damit DU gehört wirst, sondern erhebe deine Stimme, damit ER, dein Gott, gehört wird.

20. Wer also ist dein Gott? Ist es dein Selbst, dein Körper, dein Ego? Schaue lieber auf Ihn, der dich vor dem Fall retten kann, der dir die Stärke Seiner Macht bewahren kann, wenn dein Wunsch, deine Absicht, deine Ziele sind ‚Andere Herr! Andere!‘“

©Romolo Tavani - Fotolia.com
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Autor: Cayceportal

Hallo, ich heiße Stefanie Piel und bin Diplom-Übersetzerin für Englisch und Französisch. Ich habe mich dem Werk Edgar Cayces verschrieben. Energiearbeit, Quantenphysik, Epigenetik und die Tatsache, dass wir mit allen und allem verbunden sind, begeistern mich immer wieder. Noch nie zuvor war ich so nahe an meinem wahren Ich dran wie jetzt. Ich möchte Edgar Cayce aus der esoterischen Ecke herausholen und sein Werk, basierend auf den neuesten Erkenntnissen, näher beleuchten.

4 Kommentare zu „Der Würfel ist gefallen“

  1. Hallo Stefanie,

    ich finde das sind sehr schöne Auszüge aus den Readings.

    Vielen Dank dafür, und liebe Grüße,
    Fabio

    1. Hallo Fabio, schön, dass Dir die Auszüge gefallen! Ich muss sie mir eigentlich viel öfter durchlesen und noch mehr zu Herzen nehmen …
      Liebe Grüße auch Dir von
      Stefanie

  2. Liebe Stefanie

    ich stimme zu mit dem Teil, dass wir unsere Gedanken auf eine gute Zukunft richten sollen. Ich stimme nicht zu mit dem Bild, dass du von Trump hast. Es ist noch nicht einmal dein Bild, sondern das Bild, das dir vorgesetzt wird durch unsere Medien. Und diese nehmen die negativsten, die sie kriegen können. So wird unsere Meinung gebildet.
    Trump ist ein gerissener Fuchs, der die festgefahrene Elite ausgetrickst hat. Selbst deutsche Politiker bekommen Schnappatmung und teilen mit, was sie unter Demokratie verstehen. Das ist grotesk.
    Es ist eine grosse Kommödie (ich habe das göttlich mal lieber weggelassen.)

    Liebe Grüsse
    Ursula

    1. Liebe Ursula,
      ich habe doch nicht geschrieben, dass wir unsere Gedanken auf eine gute Zukunft richten sollen? Es geht doch darum, dass die Zeiten, die jetzt sind und die Zeiten, die kommen werden, gemeistert werden können, wenn wir unser Vertrauen auf den Einen richten.
      Was Trump anbetrifft, glaube mir, ich verlasse mich nicht auf Medien, wenn es darum geht, mir ein Bild zu machen. Da ich weder fernsehe noch Radio höre oder Zeitung lese, kann mir die öffentlich gesteuerte Meinung recht wenig anhaben. Durch meine vielen Freunde, die ich in den USA habe und von denen sowohl Befürworter als auch Gegner von Trump dabei sind, kenne ich sowohl die Kontras als auch die Pros. Vielleicht liest Du einfach mal weiter im Artikel unter „Stürmische Änderungen“? Ich denke nämlich, dass die Wahl durchaus ihr Gutes hat. Dass Trump schlau ist, habe ich weiter oben auch geschrieben. Und was unsere Politiker unter Demokratie verstehen, kratzt mich überhaupt nicht. Denn dass sie schon lange nach der Pfeife der Alliierten tanzen müssen, ist wohl bekannt. Vielleicht liest Du den Text einfach nochmal in Ruhe durch …
      Auch Dir liebe Grüße
      Stefanie

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