Ein Mutmach-Artikel

Diese Worte haben mich inspiriert. Und sie haben mich dazu gebracht, etwas zu tun, was ich schon längst tun wollte: meine Mitgliedschaft bei der Association for Research and Enlightenment, die ich vor 20 Jahren gekündigt hatte, wieder aufleben zu lassen. Warum? Weil mich die Erfolgsgeschichte beeindruckt. Weil fast allen Menschen, die dort arbeiten, das Cayce-Werk am Herzen liegt und ich das unterstützen möchte. Weil dank ihrem unermüdlichen Engagement und dem ihrer Vorgänger unendlich viele Menschen auf der ganzen Welt – nicht zuletzt auch ich – zum Cayce-Werk und damit zu neuen spirituellen Einsichten gefunden haben. Und weil, was besonders wichtig ist, mir diese Anregungen eine praktische Hilfestellung sein können, wenn es darum geht, mein eigenes Ziel zu verwirklichen.

Ein Weg aus dem Versagen

von Mitch Horowitz

Die Schließung – und die Auferstehung – des Cayce-Gesundheitszentrums bergen universelle Lektionen, wie Rückschläge überwunden werden können.

Im Winter 1931 stieg in dem christlichen Mystiker und Seher Edgar Cayce das Gefühl auf, dass sein Lebenswerk zu nichts geführt hatte.

Geplatzter Traum

©A.R.E.
©A.R.E.

Edgar hatte lange davon geträumt, ein Krankenhaus auf der Grundlage seiner gechannelten Gesundheits-Readings zu errichten. Doch im Februar 1931 gingen seinem Krankenhaus und Forschungszentrum in Virginia Beach die Gelder aus und er war gezwungen, ihrer Schließung nur zwei Jahre nach der Eröffnung zuzustimmen. Die Patienten mussten abreisen, die Akten wurden abtransportiert und Edgar wanderte allein durch die großen Räume, um seine persönlichen Dinge zusammenzusuchen, bevor das Gebäude verschlossen wurde.

Zum finanziellen Zusammenbruch kam es, nachdem sich langjährige Geldgeber mit Edgar überworfen und ihn und sein Werk aufgegeben hatten. Die Weltwirtschaftskrise gab der 30-Betten-Einrichtung den Rest.

„Ich wurde geprüft,“ sagte Edgar zu seiner Frau Gertrude, „und habe versagt.“

Der Neuanfang

Heute ist das ursprüngliche Krankenhausgebäude nicht nur wieder in den Händen der Organisation, die Edgar und seine Anhänger 1931 gegründet hatten (Association for Research and Enlightenment, kurz A.R.E.), sondern der Campus wurde 2014 einer umfangreichen Renovierung unterzogen und ist jetzt eine betriebsame Einrichtung mit einer anerkannten Massageschule, neuen Klassenzimmern, einem neu gestalteten Wellnessbereich, den Büros der wiedereröffneten Atlantic University und einem Bio-Restaurant, das Gerichte nach dem Edgar-Cayce-Konzept anbietet und auch für Feinschmecker nichts zu wünschen übrig lässt.

©A.R.E.
©A.R.E.

Edgars Traum von einem speziellen Gesundheitszentrum ist auf eine Art und Weise Realität geworden, die er sich damals, im harten Winter 1931, nicht hätte vorstellen können. Wie kam es zu dieser Wende?

Monate nach der Schließung des Krankenhauses, als Edgar noch in sich zurückgezogen und deprimiert war, machte ihm sein ältester Sohn Hugh Lynn, damals 24, den Vorschlag, das Cayce-Werk wiederaufleben zu lassen. Doch der spätere Direktor der A.R.E. war der Meinung, dass sein Vater sich von der Abhängigkeit von einem oder zwei großen Geldgebern freimachen sollte, ebenso wie von flüchtigen Besuchern, die nur an einem persönlichen Reading interessiert waren.

Stattdessen hatte Hugh Lynn eine von Mitgliedern finanzierte Organisation vor Augen, die Menschen an allen Facetten des Werks seines Vaters – spirituelles Wachstum, persönliche Heilung und alte Mysterien – teilhaben lassen und eine stabile Grundlage durch die Unterstützung der Mitglieder bieten würde.

Grunderneuerte Ziele

Was Hugh Lynn im Wesentlichen forderte, war Selbstbestimmung. Er wollte eine neu gegründete A.R.E. mit den folgenden Merkmalen:

  1. Finanzielle Unabhängigkeit und unbeugsame Bereitschaft, so viel oder so wenig zu tun, wie das auf den Mitgliedsbeiträgen basierende Budget gestattet; und
  2. Intellektuelle Seriosität mit der Entschlossenheit, die Readings zu strukturieren, zu prüfen und mit Querverweisen zu versehen, damit Patienten und Suchende nicht isoliert behandelt würden.

Hugh Lynns Rezeptur wandelte eine vorübergehende Niederlage in grunderneuerte Aktionen und Ziele.

So wie Hugh Lynns Programm seinem Vater in den dreißiger Jahren half, so kann es auch heute noch jedem helfen, der Rückschläge erfährt. Thomas Sugrue, ein Familienfreund der Cayces und Edgar Cayces erster Biograf, erzählt, was Hugh Lynn zu Edgar gesagt hatte:

Selbst etwas unternehmen

„Vielleicht stimmt etwas mit uns nicht. Wir könnten beispielsweise aufhören, von den Menschen zu erwarten, dass sie etwas für uns tun, und stattdessen anfangen, selbst etwas zu unternehmen. Die Welt schuldet uns nicht unseren Lebensunterhalt, nur weil wir einen Seher in der Familie haben. Wir sollten für das arbeiten, was wir brauchen – wie jeder andere auch!

© Harry Hautumm - pixelio.de
© Harry Hautumm – pixelio.de

Wir wissen nämlich überhaupt nichts über die Sache, die wir verkaufen wollen; wir sehen die Informationen, die Readings, wie einen Zapfhahn an. Man braucht ihn bloß aufzudrehen, und schon fließt heraus, was immer wir gerade wollen. Wir wollten der Welt von unserer Weisheit geben, von der Weisheit, die aus dem Zapfhahn herauskam, wenn wir ihn aufdrehten. Wir hielten diese Weisheit für die unsere, weil wir nun einmal den Hahn hatten.

Über die ganzen medialen Phänomene wissen wir überhaupt nichts. Wir haben zwar unsere eigenen Erfahrungen, wissen aber nicht, was sonst noch auf diesem Gebiet bisher errichtet worden ist.

Was wissen wir beispielsweise über die Lebens-Readings? Kennen wir die Geschichte gut genug, um jene Zeitangaben zu prüfen und den Leuten eine Bibliographie – eine Liste mit Büchern und Veröffentlichungen – über jene Zeit mit ihren Readings geben zu können? Ganz sicher nicht!

©ramzi hachicho - Fotolia.com
©ramzi hachicho – Fotolia.com

Wissen wir genug über Philosophie, Metaphysik und vergleichende Religionswissenschaft, um die Readings anhand dieses Wissens überprüfen zu können und Vergleiche zu ziehen?

Wenn ein Reading eine bestimmte Aussage macht und sagt, es handele sich hierbei um eine philosophische Wahrheit – wissen wir denn, welche Philosophen daran glaubten, und welche Religionen es zu ihrem Dogma erhoben haben?

Wenn eine Aussage über anatomische oder pathologische Gegebenheiten gemacht wird, wenn etwas über die Anwendung eines Medikaments oder eines Krauts gesagt wird – wissen wir, ob die medizinischen Autoritäten das auch glauben und wissen, oder ob sie es verdammen oder gar nicht kennen?

©dusk - Fotolia.com
©dusk – Fotolia.com

Wenn uns jemand um alles bittet, was die Readings bisher über Blinddarmentzündung gesagt haben – oder über Magengeschwüre, Migräne, Schnupfen, Epilepsie, Ehe, Vergebung der Sünden, Liebe – können wir ihm das vorlegen? Bestimmt nicht. Als die Klinik schloss, hatte diese Arbeit kaum erst begonnen.

Ich denke, es wäre besser, wenn wir aufhörten, auf große Spenden zu warten und von einer neuen Klinik zu träumen, und uns stattdessen auf die Entwicklung einer Bestandsaufnahme konzentrierten. Wenn dann die nächste Chance kommt, werden wir besser vorbereitet sein und sie nicht mehr verpatzen.“

„Ich weiß nicht, wie wir diese Art Arbeit anpacken sollten …“ begann Edgar.

„Du brauchst es nicht zu tun,“ meinte Hugh Lynn. „das werde ich anpacken. […] Ich werde den Job als Leiter der Association übernehmen. Wir werden sie klein halten und mit einem bescheidenen Budget ein bescheidenes Programm gestalten.

Bibliothek der A.R.E. Foto: Stefanie Piel
Bibliothek der A.R.E.
Foto: Stefanie Piel

Wir werden in aller Stille selbst arbeiten; wer von den Leuten hier am Ort Interesse hat, mag uns helfen. Wir werden Studiengruppen aufziehen. Wir werden Serien von Readings über bestimmte Themen nehmen. Wir werden eine Bibliothek über Medialität und parapsychologische Phänomene aufbauen.

Wenn dann wieder Leute kommen und fragen, was wir tun, können wir etwas anderes vorweisen als bisher:

‚Wir geben zwei Readings am Tag und schicken sie zu Leuten, die dafür bezahlen. Kopien davon kommen zu unseren Akten.‘

Das war nicht viel für eine Organisation, die den stolzen Namen ‚Association for Research and Enlightenment‘ (Gesellschaft für Forschung und Erleuchtung) trägt.“

(Aus dem Buch „Edgar Cayce – Die Geschichte eines schicksalhaften Lebens“. Die Übersetzung stammt von Karl Friedrich Hörner und wurde in einigen Teilen leicht abgeändert, um näher an den Originaltext zu kommen.)

Vier Grundsätze

Überlege einfach mal, wie Hugh Lynns Ideen in unserer Zeit und in deinem eigenen Leben angewandt werden können. Ich persönlich sehe vier Grundsätze in seiner Erklärung:

  1. Sich selbst genug sein. Kultiviere, soweit irgend möglich, ein Gefühl für eine realistische Eigenständigkeit. Haben deine Pläne oder Projekte das richtige Maß oder sind sie übermäßig von den Ressourcen oder der Zustimmung anderer abhängig? Außenstehende können ihre Unterstützung genauso schnell zurückziehen, wie sie sie gegeben haben. Baue auf ein solides Fundament auf.
  2. Übergeordnete Vision. Prüfe dich regelmäßig selbst, um sicherzugehen, dass deine Pläne auf der ethischen und spirituellen Gewissheit beruhen, dass sie einem höheren Zweck dienen und einen echten Mehrwert in die Welt einbringen.
  3. Beständigkeit zählt. Baue deine Projekte geduldig und methodisch auf. Sei bereit, so viel oder so wenig zu tun, wie es die Ressourcen gestatten. Das ist nicht nur praktisch, sondern schenkt dir Zufriedenheit in dem Wissen, dass du kompromisslos und im Rahmen deiner eigenen Möglichkeiten tätig bist.
  4. Schweiß-Kapital. Frage dich immer: Führe ich mein Werk mit der höchsten Qualität und Rechtschaffenheit durch? Ist mein Werk von der Kompetenz und den Bemühungen durchdrungen, die nötig sind, um die bestmöglichen Dienste anzubieten?
© ginae014 - Fotolia.com
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©A.R.E.
©A.R.E.

Mitch Horowitz ist Historiker und der Autor von „Occult America“ und „One Simple Idea: How the Lessons of Positive Thinking Can Transform Your Life“. Er ist der Sprecher der englischsprachigen Hörbuchversion von „Edgar Cayce – Die Geschichte eines schicksalhaften Lebens“ von Thomas Sugrue und von zahlreichen anderen Hörbüchern.

Mein Dank der A.R.E. für die Genehmigung zur Übersetzung.
©der Übersetzung 2016 bis ~: Stefanie Piel

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Autor: Cayceportal

Hallo, ich heiße Stefanie Piel und bin Diplom-Übersetzerin für Englisch und Französisch. Ich habe mich dem Werk Edgar Cayces verschrieben. Energiearbeit, Quantenphysik, Epigenetik und die Tatsache, dass wir mit allen und allem verbunden sind, begeistern mich immer wieder. Noch nie zuvor war ich so nahe an meinem wahren Ich dran wie jetzt. Ich möchte Edgar Cayce aus der esoterischen Ecke herausholen und sein Werk, basierend auf den neuesten Erkenntnissen, näher beleuchten.