Jene die suchen …

Jetzt sind schon viele Wochen seit meinem letzten Aufenthalt in Israel vergangen und noch immer klingt er in mir nach. Schon damals, beim ersten Besuch, waren mir beim Landeanflug auf Israel Tränen der Freude in die Augen getreten. Ich kannte es ja schon seit meiner Kindheit, dieses Land, aus dem Evangelium, vielen biblischen Geschichten, Landkarten in Bibeln, Kreuzrittererzählungen und vielem mehr.

 

Felsformation Wadi Zohar, S.Piel

Das fünfte Evangelium

Felsenhöhlen bei Qumram, S.Piel

Seit vielen Jahrhunderten zieht dieser kleine Flecken Erde Generationen von Gläubigen in seinen Bann. Und wenn man dort ist, im Land herumreist, die Landschaft auf sich wirken lässt, dann versteht man, warum viele Menschen es auch „das fünfte Evangelium“ nennen. Hier scheint Geschichte, hier scheint biblische Geschichte lebendig zu werden.

Israel lässt auch mich nicht mehr los. Fernsehberichte, Artikel, wahnwitzige Resolutionen? Vergiss es. Das ist nicht Israel. Genauso wenig, wie es „Palästina“ ist. Hüten wir uns, zu urteilen! Gerade jetzt, wo der Antisemitismus wieder salonfähig wird und Israelkritik anscheinend zum guten Ton gehört. Medien und Politiker erzählen uns meist nur die halbe Wahrheit.

Damaskustor in Jerusalem, S.Piel

Edgar Cayce und Israel

Jaffa, S.Piel

Nach meinem ersten Besuch interessierte mich brennend, ob Edgar Cayce etwa über Israel gesagt hatte und wenn ja, was. Hatte er den Staat prophezeit, der dann drei Jahre nach seinem Tod entstand? Hatte er etwas über das Schicksal der Juden gesagt? Viele seiner Freunde und Unterstützer waren Juden gewesen, allen voran David Kahn, der Edgar über den Tod hinaus treu blieb und dessen Sohn Hugh Lynn eine große Hilfe war, als es darum ging, Edgars Werk über das kleine Grüppchen seiner Freunde und Anhänger hinaus bekannt zu machen.

Also begann ich zu forschen, Reading für Reading – und stieß dabei auf Erstaunliches! Israel als Staat wurde nicht erwähnt, doch in Reading 3976-13 aus November 1933 las ich in Bezug auf Juden in Deutschland diese Passage:

Frage: Was sollte aus den Juden werden?
Antwort: Sie sollten auf jenen, von alters her ertönenden Ruf hören. Ihr Zusammensein in ihrem eigenen Land.

Über die Bedeutung des Wortes „Israel“ gab es allerdings viel zu sagen, und wie aufschlussreich das war! Gleich der erste Fund ließ mich staunen, denn Edgar bezog sich in seiner Antwort sowohl auf das alte als auch auf das neue Testament, Genesis 32,24-29 und Matthäus 3,9:

Goldenes Tor, Jerusalem, S.Piel

Frage: Was ist unter der Aussage zu verstehen, „Das Zepter ist nicht von Israel gewichen“ [siehe Reading 262-27, Antwort 1, Absatz 3]?

Antwort: Israel ist vom Herrn auserwählt und Seine Verheißung, Seine Fürsorge, Seine Liebe ist nicht von jenen gewichen, die danach streben, Seinen Weg zu erkennen, die danach suchen, Sein Antlitz zu sehen, die Seine Nähe suchen. DIES ist die Bedeutung, dies sollte das Verständnis für alle sein. Jene, die suchen, sind Israel. Jene, die nicht suchen, habt ihr nicht gehört „Meint nicht, ihr könnt euch Verheißung in Abraham nennen. Wisst ihr nicht dass der Herr aus Steinen Kinder Abrahams machen kann?“ Abraham steht für den Ruf; Israel bezeichnet jene, die suchen. Wie kam der Umstürzler [Jakob] zu dem Namen Israel? Er kämpfte mit dem Engel und strebte danach, Gottes Wege zu erkennen. Und so sind wir es, die gerufen wurden und Sein Antlitz suchen; wir sind Israel. Wisse also, das Zepter, die Verheißung, die Liebe, die Herrlichkeit des Herrn ist nicht von denen gewichen, die Sein Antlitz suchen!

Wow, das sind klare Worte! Ebenso klar äußert sich Edgars Quelle in Reading 5377-1:

Nicht der Jude, sondern Israel ist der Suchende nach Wahrheit. Wer könnte dies sein? Jene, die auf die Tatsache vertrauen und daran glauben, dass sie, als Individuen, Kinder des universellen Bewusstseins Gottes sind!

Und ich lege gleich noch einen drauf, aus Reading 2772-1:

Salz, Berg Sodom, S.Piel

Jene, DIE SUCHEN [Gott zu kennen] sind in der Tat Israel, und Israel sind tatsächlich ALLE, die suchen; das heißt, nicht nur die Kinder von Abraham, sondern aus jeder Nation, jedem Stamm, jeder Sprache – das Israel des Herrn! Das ist die volle Bedeutung von Israel.

Jerusalem

Diese Aussage kam mir wieder ins Gedächtnis, als ich bei meinem letzten Israel-Besuch in Jerusalem war, und sie machte mich traurig. Nirgends ist der Konflikt so stark spürbar wie hier, in dieser zweigeteilten „Stadt des Friedens“. Nirgends wird der Mensch so sehr nach Ethnie unterteilt wie hier, von Arabern und Juden gleichermaßen. Nirgends wird auch der religiöse Konflikt so heftig ausgetragen wie hier. Hier wurde für mich tatsächlich greifbar, wie viele Menschen auf der Suche sind und dabei falschen Propheten nachlaufen – toten wie lebendigen … sollen das die Suchenden sein, die Edgar in den Readings nennt?

Auf Masada, S.Piel

Deshalb die Warnungen – Wisse, oh Israel, der Herr dein Gott ist EINER!
Wenn jede Seele verstünde, was das bedeutet, könnte sie ihr Leben, ihre Verbindungen, ihren Umgang mit ihren Mitmenschen auf eine Art und Weise gestalten, dass sie nicht nur Harmonie und Frieden in ihr eigenes Heim, ihren eigenen Verstand und Geist bringt, sondern alle, die mit der Körper-Wesenheit in Kontakt kommen, würden diese wegen des wunderbaren Umgangs mit ihrem Mitmenschen auf jede Art und Weise kennen. (Reading 257-182)

Mehr denn je wird mir klar, dass wir Teil des Ganzen sind, dass wir nur glücklich, nur erfüllt sein können, wenn wir uns auf dieses Ganze, diesen Einen, einlassen. In unserer Zeit wird so viel über „Erleuchtung“ geredet. Scharen von Menschen suchen im Außen danach, lassen sich Tarotkarten legen und unterziehen sich seltsamen Ritualen, lesen schlaue Bücher und besuchen Kongresse, wo dann „Lichtwesen“ durch „Medien“ sprechen und ein goldenes Zeitalter versprechen. Wem folgen diese Menschen? Der trügerischen Lichtgestalt Luzifer oder dem Wahren Einen?

Bei Masada, S.Piel

Und wie wäre es, wenn wir uns einfach mal still hinsetzen, tief ein- und ausatmen und den Vögeln lauschen? Wenn wir die Stimme im Kopf zum Schweigen bringen und versuchen, auf die leise Stimme der Intuition zu hören, die auch die Stimme des Einen ist?

Judäische Wüste, S.Piel

Bleibe auf dem richtigen Weg. Mache deinen Frieden mit deinem eigenen Selbst im Hinblick auf den Herrn, deinen Gott, und alle Dinge werden Dir gegeben. Dies ist das Gesetz, dies ist die frohe Botschaft, und sie ist bindend für die Kinder Israels, sowohl heute als auch in jenen Tagen, als zuerst geboten wurde, auf die Türpfosten und die Tore des Heimes zu schreiben [vgl. Deuteronomium 6,9], dass alle, die dort eintreten, wissen mögen, dass Er der Herr ist. Nicht die Stellung, nicht die Macht, nicht Prestige, nicht Geld – sondern der Herr, Er ist Gott, und mit diesem Wissen kommen jene Dinge, die für die volle Entwicklung des Selbst nötig sind, denn diese sind nur die TEILE oder nötigen Qualifikationen, damit der Mensch wisse, dass der Einzelne Eins mit diesem Heiligen Einen ist. (Reading 257-21)

Bleibe auf dem richtigen Weg und lass andere wissen, dass in Israel ein Licht leuchtet, dass alle Menschen zu Gott zieht.“ (Reading 254-35)

Strand Tel Aviv, S.Piel

Stell Dir vor: Dieses Licht kannst Du sein! Denn Du bist Israel, wir alle sind es, die wir ernsthaft danach streben, im Umgang mit unseren Mitmenschen frei von Urteilen zu bleiben, Gottes Stimme zu lauschen, um in Seinem Sinne zu handeln, unsere Umwelt zu schützen und achtsam mit ihr umzugehen.

Das ist leichter gesagt als getan. Glaub mir, das weiß ich – leider – nur allzu gut. Und auf diesem Weg gibt es so viele Stolpersteine, die uns entmutigen könnten. Aber es gibt auch viele Mutmacher, viele Ankerpunkte, an denen wir uns festhalten können. Nutzen wir sie!

Und weil mir Israel so viel bedeutet, möchte ich mit Dir noch Edgars Aussage zu den zwölf Stämmen Israels teilen:

Judäische Berge, S.Piel

Frage: Bitte erkläre die zwölf Namen, die für die zwölf Stämme der Kinder Israels stehen.
Antwort: Das gleiche wie die zwölf Tore, die zwölf Engel, die zwölf Wege, das zwölffache Verstehen; beziehungsweise der Zugang zu ISRAEL dem Suchenden – sie alle streben nicht danach, sich selbst auszudrücken, sondern EINS im Heiligen Einen zu werden! (Reading 281-37)

Von Herzen wünsche ich Dir alles Gute! Mögest Du den Einen immer in Dir spüren …

Goldenes Tor, Tempelberg
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Autor: Cayceportal

Hallo, ich heiße Stefanie Piel und bin Diplom-Übersetzerin für Englisch und Französisch. Ich habe mich dem Werk Edgar Cayces verschrieben. Energiearbeit, Quantenphysik, Epigenetik und die Tatsache, dass wir mit allen und allem verbunden sind, begeistern mich immer wieder. Noch nie zuvor war ich so nahe an meinem wahren Ich dran wie jetzt. Ich möchte Edgar Cayce aus der esoterischen Ecke herausholen und sein Werk, basierend auf den neuesten Erkenntnissen, näher beleuchten.

8 Kommentare zu „Jene die suchen …“

  1. Wirklich sehr interessant, was er damals schon sagte.

    Danke fürs Mitnehmen.

    Darf ich deinen Eintrag rebloggen?

    1. Hallo Ilanah,
      danke für die lieben Worte! Natürlich darfst Du den Artikel rebloggen, würd mich freuen!
      Gruß von Stefanie

      1. Danke dir, liebe Stefanie.
        Ich wünsch dir noch einen schönen Tag OHNE Regen….vielleicht hat ja jemand Erbarmen mit uns und stellt die große Dusche draußen ab….lach…

      2. Wir werden auch alle ganz brav unser Tellerchen leer essen…..dann hat Petrus bestimmt ein Einsenen mit uns 😉

Kommentare sind geschlossen.