Der spirituelle Kram

Ich werde in letzter Zeit öfter darauf angesprochen, dass ich auf meinem Blog ziemlich viel über Gott und „den ganzen spirituellen Kram“ schreibe. In fast jedem meiner Artikel käme irgendwas mit Christentum und/oder Gott vor. Ich könne doch auch mal wieder was anderes von Edgar Cayce bringen.

Stimmt. Könnte ich. Will ich aber nicht. Zumindest in diesen Wochen nicht. Weil ich, erstens, gerade „den ganzen spirituellen Kram“ unendlich wichtig finde, für uns selbst, für unsere Umwelt, für die ganze Welt.

Zweitens zieht sich „der spirituelle Kram“ durch das gesamte Werk von Edgar Cayce. Von den über 14.300 erhaltenen Readings gibt es nur sehr wenige, in denen nicht auf Gott, unsere Beziehung zum Göttlichen, die Schöpferischen Kräfte, Jesus als Retter und großer Bruder und die entscheidende Rolle unseres göttlichen Selbst bei der Gestaltung unserer Zukunft hingewiesen und eingegangen wird. Ob Gesundheit, Traumdeutung, Astrologie oder alte Zivilisationen – überall ist der Bezug auf Gott als universelle liebende Schöpferkraft und auf Jesus deutlich.

Ein überzeugter Christ

Edgar Cayce selbst war ein überzeugter Christ, der jahrzehntelang in der Sonntagsschule unterrichtete. Er las die Bibel einmal jährlich von vorne bis hinten durch und konnte so begeisternd von ihr erzählen, dass einige seiner Sonntagsschüler sogar später in die Mission gingen!

Auch seine große Zuneigung zum Judentum verbarg er nie. Er hatte zahlreiche jüdische Freunde und Unterstützer. Nie vergaß er den Ursprung des Christentums. Nie ließ er sich dazu hinreißen, die Juden als „Christusmörder“ oder „verworfenes Volk“ (O-Ton Luther) zu beschimpfen, so wie es auch heute noch (in hübschere Worte verpackt) bei vielen Kirchenvertretern der Fall ist. Edgar wusste, dass Jesus Gottes Willen erfüllt hatte. Er wusste, dass Jesus nur mit der Hand hätte wedeln brauchen, um all seine Gegner wegzufegen. Aber:

„… meinst du, ich könnte meinen Vater nicht bitten, dass er mir sogleich mehr als zwölf Legionen Engel schickte? Wie würde dann aber die Schrift erfüllt, dass es so geschehen muss? (Mt 26,53-54)

Gladys Davis, Edgar Cayces langjährige und zuverlässige Sekretärin, erklärte nach Edgars Tod:

„Edgar Cayce liebte das alte Testament. Er sagte oft, dass wir ohne das alte nicht das neue haben würden, ohne Abraham, Moses, David nicht Jesus gehabt hätten.“ (Edgar Cayce’s Story of the Bible)

Ich finde, das sollten wir uns immer wieder mal klar machen, vor allem in unserer heutigen Zeit, in der Judenanfeindungen in Deutschland wieder salonfähig werden und sich, links- und rechtspolitisch verbrämt und von Leitmedien und Amtskirchen gefördert, als „Israelkritik“ tarnen. Da taugt es auch nichts, die Existenz Israels als „Staatsräson“ zu bezeichnen. Leere Worte, um das schlechte Gewissen zu beruhigen. Aber das gehört nicht hierher.

Ego ist Trumpf?

Bestimmt ist Dir auch schon aufgefallen, dass unsere Welt immer weltlicher und ichbezogener wird. Viele meinen, sie hätten das Recht, sich und ihre Marotten ganz auszuleben – auch auf Kosten anderer. Glaube und Spiritualität scheinen aus der Mode gekommen oder arten in Gleichmacherei aus. Viele Menschen glauben, Spiritualität habe etwas mit Kartenlegen, Hellsehen, Okkultismus und dergleichen zu tun und verwechseln sie mit Spiritismus. Das Christentum und seine Botschaft werden immer mehr relativiert und verwässert, auch und gerade in den offiziellen Amtskirchen. Alle Religionen seien gleich viel wert und führten alle zu Seligkeit und was weiß ich noch alles. Und Jesus sei nur einer von vielen Lehrern gewesen, neben Buddha, Mohammed und zahlreichen anderen. Der Schöpfergott wird nur allzu oft mit seiner Schöpfung „Universum“ gleichgesetzt. Alle Menschen seien gleich und ob Mann oder Frau bestimmten nicht der Penis oder die Vagina, sondern die sozial erwünschte Rolle; alle Unterschiede seien nur gesellschaftlich bedingt.

Wir machen uns unsere Welt, wie sie uns gefällt – und wenn die unterschiedlichen Welten zusammenstoßen, gibt es Ärger, Unfrieden und im schlimmsten Fall Krieg, der – im allerschlimmsten Fall – auch noch religiös begründet wird. Es geht um Verteidigung oder Bekämpfung von Ideologien; mit anderen Worten, um Ziele, die nur einem dienen: der Stärkung des Egos.

Erkenntnisse

Bitte versteh mich nicht falsch. Ich bin fest überzeugt, dass jede Glaubensgemeinschaft ihren Platz hat und dass jeder Mensch das Recht hat, sich frei zu entfalten. Edgar Cayce selbst sagte in einem seiner Readings:

Ganz gleich ob die Menschen griechisch, parthisch [von den Parthern], jüdisch oder heidnisch sind – ob sie sich zu Mohammed, Konfuzius oder sogar zu Shinto oder Om oder Mu [beides Mantren] bekennen – der Herr, dein Gott, ist einzig! (1494-1)

Er sagte aber auch:

… das, welchem sich jeder Mensch verschreiben muss, ist namentlich: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Verstand, deinem ganzen Körper, deiner ganzen Seele, und deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst.“ [vgl. Lk 10:27]. Die übrige Philosophie, die übrige Theologie ist nur die Erklärung dessen im Leben des Einzelnen. (5037-2)

Was ich ablehne, ist die Instrumentalisierung von Religionen und Überzeugungssystemen für egoistische Ziele. Was ich ablehne, ist die Zentrierung auf die rücksichtslose Geltendmachung egoistischer Bedürfnisse. Und das sehen wir überall: In Religionsgemeinschaften, Politik, Wirtschaft und bei unzähligen Einzelpersonen.

Machen wir uns nichts vor: Wir alle tragen diese Tendenzen in uns. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass wir uns wieder rückbesinnen. Auf unser Woher. Auf unser Wohin. Wer bin ich? Was macht mich aus? Und wie kann ich Gott in meinem Leben verherrlichen?

Es geht um Selbstwert.

Es geht um Authentizität.

Es geht um Erkennung des eigenen göttlichen Selbst.

Nein, das hat mit Ego nichts zu tun. Ego und Selbst sind zwei Paar Schuhe, die man klar auseinanderhalten muss. Dazu habe ich einen eigenen Blog-Artikel geschrieben: Dein Ego und Dein Ich.

Dein eigener Wille

Das Selbst ist der Anteil in uns, der nach Höherem strebt, nach Erfüllung seiner Bestimmung, nach Wiedervereinigung mit dem Schöpfer. Das Ego bezeichnet Edgar als „Getrenntsein von Gott“ (288-27). In Reading 900-429 fragt er:

Wo ist dein eigener Wille? Eins mit dem SEINEN, oder bei der Verherrlichung deiner eigenen Gelüste – deiner eigenen selbstsüchtigen Interessen?

Deshalb ist es so wichtig, dass wir Menschen erkennen, was Spiritualität wirklich ist: Gelebter Glaube im Alltag, um Gott in die Welt hineinzutragen. Frieden im Inneren bewirkt Frieden im Außen.

Wir sind Mitschöpfer! Wir können diese Welt mitgestalten, damit immer mehr Menschen Gottes Liebe erfahren. Gott liebt jeden Menschen; die Frage ist, nehmen die Menschen Seine Liebe an? Wenn ja, tragen sie dazu bei, auch anderen Menschen diese Liebe nahezubringen?

In diesem Sinne ist das Christentum keine Religion. Es ist eine Lebenseinstellung, jenseits von Kirchen oder Dogmen. Eine Lebenseinstellung, die Gott als liebenden Schöpfer hervorhebt. Ich sage bewusst nicht „Vater“, weil viele Menschen mit dem Begriff Probleme haben. Jesus selbst gebrauchte diesen Begriff, um gerade die bedingungslose Liebe zu betonen.

Christenverfolgung

Hier in überwiegend christlich geprägten Ländern (meist die „westliche Welt) beobachten wir eine immer größere Abkehr von dieser Lehre. Wir sind träge geworden und wähnen uns in Sicherheit. Wir konzentrieren uns auf die Verfehlungen der Amtskirchen und ihrer Würdenträger, reden den Anteil, den das Christentum (und auch das Judentum) an der Entstehung unserer westlichen Zivilisation hatte, klein, und konzentrieren uns im Übrigen auf andere Dinge, die uns wichtiger scheinen.

Dabei übersehen wir, dass die Christenverfolgung heutzutage schlimmer wütet als je zuvor. Weltweit leiden über 200 Millionen Christen unter dieser Verfolgung. Und, so leid es mir tut, wenn man sich den Weltverfolgungsindex anschaut, so sind es, abgesehen von den kommunistischen Staaten, überwiegend muslimische Länder, in denen Christen zu leiden haben. Zu leiden, weil man Religionen eben doch nicht gleichsetzen kann. Zu leiden, weil sie nicht dem Islam angehören, sondern dem Christentum. Zu leiden, weil der Begriff der „Liebe Gottes“ im Islam ein ganz anderer ist als im Christentum.

Auch im Buddhismus und Hinduismus gibt es diese bedingungslose Liebe Gottes nicht, und nicht selten werden Christen auch von Buddhisten und Hinduisten verfolgt.

Und doch ist diese bedingungslose Liebe Voraussetzung dafür, dass die Welt zu einem schöneren Ort zum Leben wird. Wir können Spiegel dieser Liebe sein. Wenn wir Gott in unser Leben und in das Leben anderer bringen.

Deshalb schreibe ich so oft über Gott, Glaube und Spiritualität. Weil sie in unserem Leben einen wichtigen, ja, eigentlich den wichtigsten Platz einnehmen müssen, frei von Dogmen und Weltanschauungen. Weil unsere säkulare Welt immer materieller wird. Weil es deshalb wichtig ist, Farbe zu bekennen.

In einer Broschüre habe ich diesen aufschlussreichen Satz gelesen:

„Ein Christ, von dem nichts ausgeht, geht ein!“

In diesem Sinne wünsche ich Dir eine gute Woche!
Deine Stefanie

 

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Autor: Cayceportal

Hallo, ich heiße Stefanie Piel und bin Diplom-Übersetzerin für Englisch und Französisch. Ich habe mich dem Werk Edgar Cayces verschrieben. Energiearbeit, Quantenphysik, Epigenetik und die Tatsache, dass wir mit allen und allem verbunden sind, begeistern mich immer wieder. Noch nie zuvor war ich so nahe an meinem wahren Ich dran wie jetzt. Ich möchte Edgar Cayce aus der esoterischen Ecke herausholen und sein Werk, basierend auf den neuesten Erkenntnissen, näher beleuchten.

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